Archive for September 2007
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Sonntag, September 30, 2007
» Das große Schweigen zu Burma
By Dialog at 7:10 PM
Václav Havel , Ehemaliger Präsident der Tschechischen Republik schreibt in einem Kommentar für die Welt: Angesichts von Konflikten wie aktuell in Burma oder Darfur bekommt die Forderung nach einer Reform der Vereinten Nationen besonderen Nachdruck. Nicht die unschuldigen Opfer der Repression verlieren ihre Würde, sondern die internationale Gemeinschaft, die hilflos zuzusehen muss. Der User averroes kommentiert: "Über das Verhalten der UN braucht man sich eigentlich nicht zu wundern. Das Zaudern und die Zusammenarbeit mit den größten und frechtsten Verbrechern dieser Welt hat diesen Vertuschungs- und Alibiapparat inzwischen gafährlich gamacht. Das Unvermögen der UN, Geschlossenheit gegen Saddam oder Achmadinedschad oder gegen die Randalierer im sogen. "Karikaturenstreit" im Sinne der Demokratie und Streikultur zu zeigen, haben diese Institution längst disqualifiziert. Sie hat mit ihrem Verhalten der Untätigkeit Massaker zugelassen und Kriege provoziert. Die Institution gehört sofort aufgelöst. An ihre Stelle gehört eine zeitgemäße Institution, die profiliert gegen die Aushöhlung von Demokratie und Menschenrechten eintritt und Konsequenzen für die Verbrecher dieser Welt nicht nur ankündigt, sondern vernehmlich und schmerzhaft umsetzt!" Dem ist nichts hinzuzufügen.» Demonstration am Montag in Berlin - Aktionsgruppe Burma Berlin
By Dialog at 7:03 PM
"Seit Tagen geht die Militärjunta Burmas gewaltsam gegen die friedlich demonstrierenden Menschen (Mönche und Zivilbevölkerung) vor. Um auf dieses Unrecht aufmerksam zu machen, möchten wir an den drei untenstehenden Orten demonstrieren.
Wir fordern die Einstellung der Gewaltakte gegen die friedlichen Demonstranten, Befreiung aller politischen Häftlinge einschließlich der Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die Befreiung von vielen Menschen, die seit dem 21. August 2007 wegen der drastischen Erhöhung der Benzinpreise friedlich demonstriert haben und draufhin festgenommen wurden. Die Erhöhung der Ölpreise bedeutet für die verarmte burmesische Bevölkerung eine kaum zu bürdende Belastung
Ort und zeit: Botschaft von Myanmar, 14195 Berlin, Thieallee 19 um 13.30
Uhr, Demo vom Wittenbergplatz zur Gedächtniskirche Beginn 15.00 und
Kundgebung an der Gedächtniskirche ab ca. 15.30 Uhr
Aktionsgruppe Burma Berlin, Kontakt Ye Myint Ye_Myint@t-online.d
» Argumentationshilfen für Klimaskeptiker
By Dialog at 6:57 PM
Freitag, September 28, 2007
» Tragen Sie heute Rot
By Dialog at 3:02 PM
Tragen Sie heute Rot. Ausnahmsweise, für
Antikommunisten ist die Farbe freilich sonst tabu.
This simple act of solidarity will further inflame the hopes and strength of those who have struggled and resisted peaceably for 20 years now.
We are at crossroads now. It?s now or never.
Donnerstag, September 27, 2007
» Will Germany Block EU Burma Sanctions?
By Dialog at 6:47 PM
Will Germany Block EU Burma Sanctions?
The Burma Campaign UK and campaign groups across Europe are to turn their campaigning focus on Germany, which, along with France, has in the past blocked tough EU economic sanctions.
?Germany must stop protecting the regime in Burma,? said Mark Farmaner, Acting Director of the Burma Campaign UK. ?The EU must impose tough targeted economic sanctions, including a complete ban on new investment, a ban on financial transactions, banning key imports such as timber and gems, and freezing the regimes assets. The EU must stop funding this brutal dictatorship. We call on Germany to publicly state it will support tough new economic sanctions.?
On Friday Prime Minister Gordon Brown called the Burma Campaign UK and pledged to push for tough economic sanctions. Negotiations between European capitals are believed to be taking place now.
France had been one of the main opponents of banning new investment in Burma, a key demand of Burma?s democracy movement for more than a decade. France?s Total Oil, the largest company in France, is also the largest European investor in Burma. But France has now come out in support of banning new investment, leaving Germany as the main obstacle to the EU implementing sanctions.
?The current EU Common Position is pathetic,? said Mark Farmaner. ?It has no economic impact on the regime. If you wanted to design a sanctions regime to miss the mark, this would be it.?
Background to the EU and Burma:
EU members are committed to a common foreign policy on Burma. In theory, this could be highly effective, with all 27 EU members working together to help bring democratic reform in Burma. In fact, we are left with the lowest common denominator, and a weak and ineffective response that has had no impact on the regime. As all 27 EU members have to agree on sanctions or any issue, it only takes one country to say no, and then nothing happens.
The EU has been divided on how to deal with Burma. A handful of countries, UK, Czech Republic, Netherlands, Ireland and Denmark, have favoured increasing pressure by varying degrees. A handful of countries have opposed increasing pressure. These were France, Germany, Austria, Italy, Spain and Poland.
The division within the EU has meant that it was left without a strategy for dealing with the situation in Burma. A previous policy of gradually increasing pressure on the regime if there was no change, and relaxing pressure if there was positive change, is no longer being applied.
Current EU measures against Burma include:
An arms embargo
Welcome, but the EU has made no effort to secure a United Nations arms embargo, so the regime can still purchase weapons from other countries.
A ban on non-humanitarian aid
Again welcome, but not a measure that has a serious impact on the regime.
An end to GSP trade privileges
Again, no significant economic impact on the regime.
A visa ban for senior regime officials and their families
Otherwise known as the shopping ban, as exemptions in the visa ban allow regime officials to attend many international meetings in Europe. As the British foreign office has admitted, regime officials rarely came to Europe anyway.
A freeze of assets held in Europe by people on the visa ban list
From information released to the Burma Campaign UK by the German and British governments, less than ?7,000 has been frozen in all 27 EU member states, again hardly a measure to bring the regime to its knees.
A limited investment ban ? targets pineapples, but not gas or timber
This measure was introduced in 2004. The point of an investment ban is to stop revenue going to the regime, much of which will be spent on the military. The obvious option available was to ban all new investment, as the USA did in 1997. Instead, European companies are banned from investing in a small number of named state-owned enterprises. The state-owned companies named are mostly insignificant. The timber, mining, oil and gas sectors are not included. However, European companies are banned from investing in a pineapple juice factory and a tailor shop. In addition, it is already illegal to invest in state-owned enterprises under Burmese law, so the EU banned something that couldn?t happen anyway.
Mittwoch, September 26, 2007
» Sukkot - das Laubhüttenfest
By Dialog at 3:02 PM
Viele traditioneller orientierte Israelis errichten noch heute Hütten aus Palm- Myrten und Weidenzweigen, in denen sie sich die Woche über aufhalten und vor allem die Mahlzeiten einnehmen. Während der sechs Halbfeiertage der Sukkot-Woche ist schulfrei, und zahlreiche Geschäfte und Einrichtungen sind halbtags oder gänzlich geschlossen. Zahlreiche Menschen nutzen die Tage zu einem Kurzurlaub inner- oder außerhalb Israels.
Freitag, September 21, 2007
» Aufarbeitung der Geschichte - Skandal um Rosi
By Norman at 10:08 AM
Leider habe ich es erst während der aktuellen Sendung artour im MDR bemerkt, wie skandalös die Geschichtsaufarbeitung und das gehörige An- und Gedenken in Sachsen-Anhalt funktioniert. Dort lenkt "IM Rosemarie" als ehemalige Staatsanwältin in der "DDR" das Gedenken an deutsche Diktaturgeschichte und die Mittelvergabe an Opferverbände. CDU und SPD (die SED sowieso) stimmten ihrer "Berufung" seinerzeit (ohne Gegenstimme) zu. Die Welt berichtete in ihrer Printausgabe über diese Ungeheuerlichkeiten. Der Mitteldeutsche Rundfunk griff in seiner gestrigen artour-Sendung den Fall auf:
... In der Gedenkstätteninitiative sind unter anderem das Museum Deutsche Teilung Marienborn und das von Nazis und Stasi genutzte Hallesche Zuchthaus "Roter Ochse" vereint. Die 53-jährige Tiedge, die zu DDR-Zeiten als Staatsanwältin an der Verurteilung von Republikflüchtlingen beteiligt war und als "IM Rosemarie" für Mielkes Geheimdienst gespitzelt hat, denkt überhaupt nicht daran, von ihrem Posten zurückzutreten. Der Fall Tiedge illustriert deutlich den Umgang mit der Geschichte in Sachsen-Anhalt. 17 Jahre hat man dort gebraucht, um eine Stiftung zu etablieren, welche die Aktivitäten der Gedenkstätten des Landes koordiniert.
Fall Gardelegen
Und wohin es führt, wenn einzelne Museen und Gedenkorte sich selbst und der Geschichtsauffassung ihrer Leiter überlassen bleiben, zeigt der Skandal in Gardelegen. Hier hat Herbert Becker, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe bei Gardelegen, der in der DDR jahrelang Lehrfilme für den Staatsbürgerkundeunterricht produzierte, bei der Staatsanwalt Stendal Strafanzeige gegen ehemalige KZ-Häftlinge gestellt. Diese waren in den letzten Kriegstagen 1945 unter Gewissensnöten zur SS übergelaufen, um ihr eigenes Leben zu retten, und beteiligten sich an einem Massaker, dem 1.100 Menschen zum Opfer fielen. Die nachträgliche Kriminalisierung dieser Menschen, die schon in den 50-er Jahren verurteilt worden waren, verwischt die Grenze zwischen SS-Tätern und den Opfern. In Gardelegen dominiert unkommentiert noch die alte DDR-Erinnerungskultur mit ihrer Inanspruchnahme aller Naziopfer als "antifaschistische Widerstandskämpfer, die mahnen, im Kampf gegen den Imperialismus nicht nachzulassen"...
Da die ARD ihre Beiträge mehrfach verwurstet, ist zu hoffen, daß der Beitrag den Weg zu ttt findet.
» Warum die Europäer Israel hassen
By Dialog at 9:54 AM
Im Tagesspiegel fasst David Harris in 10 Punkten zusammen, warum die Europäer ein Problem mit Israel haben. Die 10 Punkte könnten durchaus noch um weitere Punkte ergänzt werden.
Von David Harris
Auch auf die Gefahr hin, zu verallgemeinern: Europäer haben ein Problem mit Israel. Als jemand, der Europa häufig bereist, frage ich mich, warum dies so ist, insbesondere im Gegensatz zu den USA, wo die Unterstützung für Israel viel tiefer in der öffentlichen Meinung verwurzelt ist. Hier sind zehn Gründe.
Erstens: Realpolitik. Viele Europäer können den Verlockungen der arabischen Welt nicht widerstehen. Ihre riesigen Märkte, die Energieressourcen und das Gewicht in multinationalen Institutionen übertrumpfen alles, was Israel zu bieten hat. Zudem ist man zunehmend darüber besorgt, die wachsenden muslimischen Gemeinden in Europa zu entfremden.
Zweitens: Antiamerikanismus. Zwar hat sich in einigen Regierungen ein Wandel in der Haltung gegenüber Washington vollzogen, doch in der öffentlichen Meinung lautet die gängige Logik: Wir mögen Amerika (oder George Bush) nicht. Amerika unterstützt Israel. Daher mögen wir Israel nicht.
Drittens: koloniale Schuld. Europäer waren die weltweit führenden Kolonialmächte. Zur Wiedergutmachung übertragen sie ihr Mitgefühl auf die Palästinenser als "kolonisiertes Volk", während Israel als moderne "Kolonialmacht? gilt.
Viertens: der Holocaust. Um der unerträglichen Last zu entkommen, schreiben einige Europäer Israel Attribute des "Dritten Reichs" zu, ganz gleich wie absurd der Gedanke erscheint. So wird argumentiert, dass Juden in Machtpositionen "nicht besser" seien als Nazis und ihnen daher moralische Forderungen gegenüber Europa nicht unbegrenzt zustünden.
Fünftens: Postnationalismus. Europas Selbstbild basiert auf einer postnationalen Gesellschaft, in der Grenzen zunehmend verschwinden und eine neue regionale Identität entstanden ist. Israel wird als Bastion des Nationalismus und somit als Artefakt aus einer früheren Zeit betrachtet.
Sechstens: Säkularismus. Europa wähnt sich in einer postreligiösen Ära, in der Religion nicht mehr die öffentliche Sphäre beherrscht. Mit seinem Selbstbild als jüdischer Staat wird Israel als veraltet angesehen.
Siebtens: Soft Power. Aufgrund ihrer eigenen kriegerischen Geschichte haben sich Europäer nach 1945 bei der Lösung von Konflikten vorzugsweise für den Dialog entschieden. Viele ihrer Streitkräfte besitzen ein begrenztes Leistungsvermögen. Israel, das scheinbar nur auf Hard Power setzt, wird kritisiert. Das Problem ist, dass Israel nicht zwischen Schweden und Finnland, sondern zwischen Syrien und dem hamasdominierten Gazastreifen liegt.
Achtens: Menschenrechtsgesetze. Europäer kritisieren, dass Israel das seit 1945 bestehende Völkerrecht nicht respektiert ? leichter gesagt als getan im Nahen Osten, wo Israels Überleben in der Schwebe ist und es keine einfache Bekämpfung eines Feindes gibt, der sich hinter Zivilisten versteckt und Selbstmordattentate nutzt.
Neuntens: Extremismus. Oft wird die Präsenz links- und rechtsextremistischer Parteien in der europäischen Politik übersehen. Politisch weit rechts stehende Parteien verachten Juden und den jüdischen Staat, während weit links stehende Parteien Israel kritisch durch eine "imperialistische" Linse sehen. Insbesondere die extreme Linke besitzt in akademischen und gewerkschaftlichen Kreisen einigen Einfluss.
Zehntens: die Medien. Man muss nicht paranoid sein, um die fehlende Objektivität in der Berichterstattung zu arabisch-israelischen Themen zu erkennen (siehe zum Beispiel "Israel in the European Media: A Case Study, 2000-1" unter www.ajc.org). Betrachten Sie etwa, wie schnell viele Medien bereit waren, unwahre Beschuldigungen über israelisches Verhalten im angeblichen Massaker von Dschenin zu verbreiten.
Das problematische Image Israels unter Europäern zu bekämpfen ist eine Herausforderung. Man benötigt kulturelle Sensibilität, ein diplomatisches Ohr und auch Hartnäckigkeit. Europa ist entscheidend für Israels Zukunft, und ich möchte gerne glauben, dass Israel genauso wichtig für Europa ist.
Der Autor ist Direktor des American Jewish Committee.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 20.09.2007)
» Tiefensee sorgt sich um den Osten
By Dialog at 9:42 AM
Einem alten Witz zufolge waren im Sozialismus Frühling, Sommer, Herbst
und Winter die schlimmsten Feinde der Wirtschaft.
Kein Witz ist,
dass Minister Tiefensee, der neben Verkehrsproblemen auch für alle
Wehwehchen der Neuen Länder zuständig ist, endlich einen Schuldigen
für die wirtschaftliche Stagnation im ungeliebten Osten ausgemacht
hat. Das Klima hätte sich angeboten, hat aber den Nachteil, dass die
gravierenden Schäden der vermuteten Erderwärmung erst in fünfzig
Jahren eintreten werden. Dann wird der Solidarpakt längst Geschichte
sein. Die Rechtsextremen sind dagegen allgegenwärtig. Auf jeder
Dorfkirmes können sie ihre Glatzen erheben und für Aufregung im
Blätterwald sorgen. Ihre neue Rolle als Wirtschaftsschädlinge wird ein
dankbares Publikum finden. Politiker müssen sich keine Gedanken mehr
machen, welche ihrer Fehlentscheidungen zur wirtschaftlichen Misere
beigetragen haben. Ämter können weiter ohne Furcht Investoren mit
unsinnigen Vorschriften und schikanösen Auflagen vertreiben, denn die
Sündenböcke sind bereits gefunden.Hier
weiter:
Dienstag, September 18, 2007
» Vom Verrat der Intellektuellen
By Dialog at 4:10 PM
berichtet Siegfried Kohlhammer in seinem Essay "Der Haß auf die eigene Gesellschaft" in der Sommerausgabe des Merkur (Nr. 700, August/September 2007): Keine andere Kultur, kein anderes gesellschaftliches System hat die Intellektuellen so gefördert und geschützt wie die westliche Moderne. Abgesehen von den notwendigen Voraussetzungen ? Stadt und Arbeitsteilung ? stellte der entwickelte Kapitalismus den Intellektuellen ein zahlungskräftiges Massenpublikum zur Verfügung, das einerseits hohe Auflagen ermöglichte und andererseits auch für Nischenprodukte Absatzmöglichkeiten bot. Die unpersönliche Anonymität des Marktes, die Kommerzialisierung seiner Werke befreite den Intellektuellen von der persönlichen Abhängigkeit von Fürst und Mäzen.
Der Schutz des Eigentums galt auch für das geistige Eigentum (Urheberrecht), die Freiheit der Meinungsäußerung und der Kunst, generell die gesetzlich festgeschriebene und praktizierte Toleranz schützten den Intellektuellen vor den Opfern seiner Kritik und seinen traditionellen Verfolgern, der Kirche und dem Staat (daß Intellektuelle »kritisch« sind, gehört mittlerweile zum Berufsbild wie die weiße Mütze zum Koch ? das war früher nicht so, da waren sie eher zum Loben und Preisen ihrer Herren im Himmel wie auf Erden da). »Einen Voltaire verhaftet man nicht!« erklärte de Gaulle im Hinblick auf Sartres politische Umtriebe ? zweihundert Jahre früher hatte man einen Voltaire noch ungestraft von seinen Lakaien verprügeln lassen können. Zwar findet sich auch weiterhin die Pose des mutigen Herausforderers der Mächtigen, der Risiken eingeht etc. pp., aber das gehört zur Folklore. Bereits 1954 schrieb Raymond Aron: »Kritik ist schon seit langem kein Mutbeweis mehr, wenigstens nicht in unseren freien westlichen Gesellschaften.« Hinzu kam eine wachsende gesellschaftliche Anerkennung und Einflußnahme der Intellektuellen, parallel zu der des Künstlers.
Nie zuvor also und nirgendwo anders waren die Intellektuellen materiell so abgesichert und vor Verfolgungen geschützt, so frei und anerkannt (und so zahlreich) wie im Westen. Und doch vertrat ein erheblicher Teil von ihnen, über längere Zeiträume auch eine Mehrheit, ein feindseliges Verhältnis zur westlichen Moderne, eine Art Fundamentalopposition ihr gegenüber, von rechts wie von links. Diese Opposition konnte auch den Momenten des Westens gelten, die Voraussetzungen ihrer gesicherten Existenz waren: der Stadt, der Arbeitsteilung, der kapitalistischen Marktwirtschaft mit ihrem Profitstreben, der Kommerzialisierung, dem Eigentum, dem Recht (»bürgerlich«, »Klassenjustiz«), dem Individualismus, selbst noch der Toleranz (»repressive Toleranz«). Weiter hier:
Montag, September 17, 2007
» Der Deutsche Afghane
By Norman at 6:57 PM
» Nachschlag: Islam und Demokratie sind nicht vereinbar
By Dialog at 6:45 PM
Im Nachgang zur Einschätzung von Ralph Giordano veröffentlich die Welt ein Interview mit der Autorin und Sozialwissenschaftlerin Hiltrud Schröter aus Frankfurt. Sie stellt fest:
"Der Islam hat ein Doppelgesicht"
Sonntag, September 16, 2007
» Demo für Frauenversklavung
By Norman at 2:03 PM
In einem bemerkenswerten Beitrag aug seinem Blog resümiert Jost
Kaiser auf seinem Blog bei Vanity Fair das vergangene Wochenende.
Dieser Einschätzung ist nichts hinzuzufügen.
Ein
desaströses politisches Wochenende
Samstag ist der Tag, an dem man sinnvolle Dinge tun kann. Man
verschläft einfach den Nachmittag. Man hört die Bundesliga-Konferenz
im Radio. Man stürmt ein neues Berliner Einkaufszentrum bis die
Polizei kommen muss und kauft sich dort "Black Hawk Down" für vier
Euro. Das Leben hat so viele tolle Möglichkeiten.
Andere
haben anderes vor am Samstagnachmittag. Zum Beispiel dafür zu
demonstrieren, dass Mädchen in Afghanistan nicht mehr in die Schule
gehen dürfen. Oder dass endlich wieder Hinrichtungen im
Fussballstadion von Kabul stattfinden können. Oder dass dekadenter
Indien-Pop, ja dass überhaupt alle Musik in Afghanistan verboten wird.
Die
Demonstration "Frieden für Afghanistan ? Bundeswehr raus" trat für all
das ein. Die Teilnehmer ? eine gespenstische Ansammlung von DKP und
Linke-Leuten und ihre üblichen Hilfstruppen aus GEW-Lehrern,
ATTAC-Studenten, verwirrten Gymnasiasten mit Wursthaaren auf dem Kopf,
Chavez- und Castro-Fans, hysterischen protestantischen Omas und
SED-Nostalgikern ? würden das so natürlich nicht sagen. Aber sie
meinen es so.
Der Slogan "Frieden für Afghanistan ? Bundeswehr
raus" beweist zudem, dass diese Leute nicht einen geraden Gedanken
fassen können.Hier
weiter...
Donnerstag, September 13, 2007
» Klimareligiöser Eiferer
By Dialog at 11:55 AM
Dirk Maxeiner macht im Internettagebuch "Die Achse des Guten" auf eine aktuelle Diskussion aufmerksam. Hier geht es um Meinungshoheit, die Stefan Rahmstorf für sich allein beansprucht und erbittert durchsetzen will:
Einerseits, andererseits: Spiegel-online zur Rahmstorf-Debatte
Stefan Rahmstorf ist der Bekannteste unter den Top-Klimaforschern Deutschlands - und zugleich der unerbittlichste. Journalisten beklagen Einschüchterungsversuche, Forscher gehen auf Distanz zum Potsdamer Professor. Der Konflikt wird inzwischen in Zeitungen ausgetragen. Weiter...
Dienstag, September 11, 2007
» Michael W. Smith: "There she stands"
By Norman at 1:38 PM
Der Jahrestag der grausamen Anschläge durch die islamistische
Mörderbande läßt ein gerüttelt Maß an Patriotismus zu:
http://www.youtube.com/watch?v=XR5lYVwnV3E
» Die Verdreher der Kulturzeit bei 3sat
By Norman at 1:33 PM
Der Kulturzeit auf 3sat mit wohlwollendem Interesse zu folgen ist bisweilen nicht ganz einfach. In der Regel wöchentlich werden antisemitische Klischees bedient, die Terroranschläge des 11. September werden schon mal "Flugzeugabstürze" genannt und noch regelmäßiger werden Ansichten verdreht. Zuletzt geschehen in der Sendung vom 10.09.2007. Ralph Giordano wurde als ätzende Nervensäge dargestellt, der gegen Burka und Tschador wettere. Geistgeich resümierte Ernst A. Grandits: "So wie es einen Antisemitismus ohne Juden gibt, gibt es einen Antiislamismus ohne Moslems." Aufklärung tut daher Not:
Ralph
Giordano: Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem!
Mitkämpferinnen
und Mitkämpfer ? deutsche, muslimische und andere, welcher ethnischen
Herkunft auch immer!
Nicht die Moschee, der Islam ist das Problem!
Wo sind wir denn, dass wir uns überlegen müssten, ob unser Tun und Handeln radikaler Muslimen gefällt oder nicht? Wo sind wir denn, dass wir uns in vorauseilendem Gehorsam von religiösen und anderen Fanatikern vorschreiben ließen, was wir veröffentlichen dürfen und was nicht? Wo sind wir denn, dass wir in die Knie gehen vor jenen offenbar jederzeit abrufbaren Zorn- und Empörungskollektiven zwischen Kairo und Bali, die der Streit um die dänischen ?Mohammed?-Karikaturen uns so drastisch vorgeführt bat? Wie lange sollen wir noch stramm stehen vor Traditionen, Sitten und Gebräuchen, die jede Kritik in Beleidigung umfälschen, selbst aber höchst verschwenderisch mit Verbalinjurien gegen Andersdenkende zur Hand ist? Ich wehre mich gegen ein Erpresserpotenzial, das uns unter islamischer Beobachtung halten will und seine Tentakeln von Zentral- und Vorderasien bis in die Mitte Europas ausgeworfen hat, mit dem Motto: ?Wer nicht kuscht, der lebt gefährlich!? Ich werde mir aber auch weiterhin von der Seele schreiben, was dabei ist, mich auf meine späten Tage das Fürchten zu lehren: der politische, der militante Islam und seine Funktionsträger, die grüne Blauäugigkeit deutscher ?Umarmer? und die Sirenentöne der professionellen Taqqiyyah-Rhetoriker. Und zum Schluss ein Wort an Kölns politische Spitze, die sich mit einer Überheblichkeit sondergleichen über den immer deutlicher artikulierten Protest einer großen Bevölkerungsgruppe hinweggesetzt hat und sich dabei nicht entblödete, mit den verschämten Korrekturen an der nach wie vor Groß-Moschee nichts als architektonische Kosmetik zu betreiben. Wenn es denn wahr ist, dass auch diese Moschee als eine Fatih-Moschee geplant war, also wie viele andere in Deutschland nach einem osmanischen Eroberer benannt werden sollte, dieses Vorhaben nun aber nach der stürmischen Gegenwehr zurückgenommen würde, so bestätigt sich damit nur eine Taktik der Anpassung, die nichts von der ursprünglichen Absicht dahinter wegnähme: mehr Macht, mehr Einfluss ? schleichende Islamisierung. Ich kann deshalb zum Schluss meiner Rede nur noch einmal an den Oberbürgermeister der Stadt Köln und die befürwortenden Stadträte appellieren, den Bau in Ehrenfeld zu stornieren. Zwischen Hinterhof- und Großmoschee gäbe es viele Abstufungen ohne den Abschreckungseffekt, den der Reißbrettentwurf hervorgerufen hat. Wenn es denn der Preis sein sollte, ohne Schmusekurs in diesem Konflikt Freunde zu verlieren und persönlich bedroht zu werden, dann bin ich bereit, ihn zu zahlen. Und das, wie bisher, weiter an der Seite so tapferer Frauen wie Necla Kelek, Arzu Toker, Emine Özdamar, Seyran Ates, Ayaan Hirsi Ali und aller anderen, aller anderen friedlichen Muslimas und Muslime!Montag, September 10, 2007
» Bekloppte aller Länder vereinigt Euch
By Dialog at 10:37 AM
Bin Laden sucht strategische Allianzen von Globalisierungsgegnern und IslamistenAuffallend ist, dass OBL sich in dem Video vorwiegend an westliche Zielgruppen richtet. Offenbar versucht er auf diese Weise, den politischen Druck auf die amerikanische Regierung zu verstärken. Er folgt damit einer Strategie, die bereits von der FLN gegen Frankreich im Algerienkrieg und von Nordkorea und dem Vietkong gegen die USA verfolgt wurde. In beiden Fällen setzten sich die Akteure nicht militärisch durch, sondern erlangten durch erfolgreiche Einflussnahme auf die Wahrnehmung gegnerischer Bevölkerungen einen politischen Sieg. [...]
Bin Laden verwendet Themen der politischen Linken westlicher Staaten. Er verurteilt die Globalisierung, Armut in Afrika und den ?globalen Kapitalismus?. Die Politik der USA werde durch internationale Konzerne geprägt. Die USA seien keine Demokratie, sondern würden durch das Kapital beherrscht. Der Kapitalismus sei die Ursache von Krieg. OBL knüpft hier unmittelbar an den Diskurs von Teilen der politischen Linken an, welche hinter den Interventionen im Irak und Afghanistan vorwiegend wirtschaftliche Motive vermutet.
OBL setzt seine Bezugnahme auf Positionen der politischen Linken in westlichen Staaten mit einer Warnung vor den Folgen des Klimawandels und einer Verurteilung der amerikanischen Position zum Kyoto-Protokoll fort. OBL hatte diesen Punkt bereits 2002 in einem ?Brief an Amerika? erwähnt. Im islamistischen Diskurs spielt dieses Thema ansonsten keine Rolle. OBL greift es ausschliesslich aus propagandistischen Gründen auf, um bestimmte westliche Zielgruppen für sich zu gewinnen.
OBL stellt unterlegene ?westliche Kultur? einer überlegenen islamischen Friedenskultur gegenüber. Der Westen sei z.B. für den Holocaust verantwortlich, während der Islam gegenüber Juden positiv eingestellt sei. Diese Botschaft richtet sich eindeutig an westliche Zielgruppen: Gegenüber islamischen Zielgruppen wird der Holocaust häufig als fiktiv bezeichnet und als Herrschaftsinstrument einer angeblichen jüdischen Weltverschwörung dargestellt. Offenbar will Bin Laden mit dem Holocaust-Argument das ohnehin meist schwach ausgeprägte kulturelle Selbstbewusstsein westlicher Zielgruppen weiter schwächen. Er knüpft dabei u.a. an den in westlichen Gesellschaften weit verbreiteten Mythos des vorgeblich toleranten islamischen Andalusiens an. Zur Verstärkung der Botschaft kultureller Unterlegenheit des Westens erwähnt OBL noch das amerikanische Vorgehen gegen Indianer und die Atomwaffeneinsätze gegen Japan. Beide Beispiele sind u.a. im Diskurs westlicher Friedensbewegungen allgemein verbreitet. OBL ist in seiner Argumentation an diesem Punkt kaum von intellektuellen Führern der Friedens- und Antiglobalisierungsbewegung wie z.B. Noam Chomsky zu unterscheiden, auf den OBL sich später im Text direkt beruft und ihn für seine Einschätzungen lobt.
Bin Laden ruft zur Konversion zum Islam auf. In der Doktrin militanter Islamisten sollen Feinde zunächst zur Annahme des Islam aufgerufen werden, bevor ihre Bekämpfung legitim sei. Bin Ladens Aussage ist daher als indirekte Drohung mit Anschlägen zu verstehen. OBL geht in der Schlusspassage seines Videos zudem auf die Rolle des Jesus von Nazareth im Koran ein. Möglicherweise versucht er, christliche Akteure auf diese Weise anzusprechen.
Bin Laden hat westliche Akteure wie die Friedens- und Antiglobalisierungsbewegung als potentielle Verbündete ausgemacht. Mit ihren Forderungen nach Rückzügen aus Afghanistan und Irak und ihrem eintreten gegen eine Bekämpfung islamischer Aktivisten unterstützen diese Akteure Anliegen der Al-Qaida. Die Friedensbewegung in westlichen Staaten kann für Al-Qaida potentiell dieselbe Rolle spielen wie sie im Vietnam- und Algerienkrieg für Nordvietnam und die FLN gespielt hat: Sie kann die politischen Forderungen Al-Qaidas an der ?Heimatfront? aufgreifen, verstärken und durchsetzen. Militante Islamisten müssen den Westen im Irak und Afghanistan nicht militärisch besiegen. Es reicht, wenn sie über den Umweg der Friedensbewegung den politischen Druck auf westliche Entscheidungsträger soweit verstärken, dass diese sich zum Rückzug entscheiden.
Auch andere Teile der islamistischen Bewegung haben die Friedens- und Antiglobalisierungsbewegung als potentiellen Partner entdeckt. Der in Frankreich lebende Islamist Tariq Ramadan hat allgemeine Bekanntheit erlangt, indem er islamistische Botschaften in eine säkulare Diskurse der politischen Linken einbettete. Der in London lebende Islamist Rachid Ghannouchi bezeichnete linke Parteien, Grüne, Menschenrechtsorganisationen sowie die Antiglobalisierungs- und Friedensbewegung als die ?engsten Verbündeten des Islam? in Europa. Er äußerte seine Unterstützung für ?strategische Allianzen zwischen den Globalisierungsgegnern und jenen islamischen Bewegungen, die in vorderster Front gegen das zionistisch-imperialistische Projekt und seine Kollaborateure in der Region kämpfen.? [...]
Grenzen von Bin Ladens Botschaft
Al-Qaida hat keine Chance, innerhalb westlicher Zielgruppen ähnlich wahrgenommen zu werden wie es antiimperialistischen Terroristen und Guerillaführern wie z.B. Che Guevara oder Yassir Arafat in den 60er und 70er Jahren gelungen war. Der Zivilisationsbruch der Anschläge des 11. Septembers 2001 und der kompromisslose Wahrheitsanspruch des Islamismus verhindern dies. Dennoch ist die Botschaft OBLs möglicherweise dazu geeignet, die Bereitschaft westlicher Zielgruppen zum Nachgeben gegenüber islamistischen Forderungen zu erhöhen.
Mit der Veröffentlichung des Videos sind Risiken für Al-Qaida
verbunden. Sollten den Aussagen Bin Ladens keine Attentate folgen, so
würde Al-Qaida und insbesondere der von ihr genutzte Mythos Bin Laden
an Glaubwürdigkeit verlieren. Die Verhinderung von mindestens zwei
Anschlägen in Europa in den letzten Wochen deutet darauf hin, dass die
Botschaft Bin Ladens möglicherweise von einer Offensive begleitet
werden sollte. Ob diese Offensive bereits im Vorfeld zerschlagen
werden konnte, oder ob es weitere Anschlagspläne gibt, wird sich
zeigen.
http://sipol.forschungsgruppe-sicherheit.org/2007/09/08/bin-ladenvideo-zielgruppen-und-botschaften.aspx
» Zwei Spinner mehr: Die Juden sind unser Unglück
By Dialog at 10:14 AM
Zeitgleich in den USA und in Deutschland ist dieser Tage ein wirres Büchlein von John J. Mearsheimer & Stephen Walt erschienen, die darin ungeheuerliches behaupten. Der größte Schwindel; sie behaupten, sie seien selbst keine Antisemiten. Alan Posener hat die Last auf sich genommen und das Buch für uns gelesen. Er kommt zu dem Ergebnis, daß dieses Buch nur für Verschwörungstheoretiker und deren Jünger geeignet ist. Für den Deutschlandfunk hat er das Buch bemerkenswert rezensiert. Ein kleiner Auszug:
"Jetzt, nach
dem Ende des Kalten Krieges, ist Israel zu einer strategischen Bürde für
die Vereinigten Staaten geworden ? Washingtons enge Beziehungen zu
Jerusalem machen es schwerer, jene Terroristen zu besiegen, die jetzt
die USA angreifen. Gleichzeitig untergraben sie Amerikas Ansehen bei
wichtigen Verbündeten weltweit ? Etliche politische Entscheidungen, die
zugunsten Israels gefällt wurden, gefährden heute die nationale
Sicherheit der Vereinigten Staaten ? "
Posener kommentiert:
Israel ist eine Bürde.
Das ist wohl deutlich genug. Und warum tragen die Vereinigten Staaten
von Amerika diese Bürde? Hat Amerika irgendwelche Vorteile davon? Hat
Israel Öl wie die Saudis? Ist Israel ein wichtiger Handelspartner wie
die Japaner oder Europäer? Ein strategischer Partner wie Indien? Kann es
wenigstens Amerika drohen wie die Russen oder Chinesen? Nein. Israel,
das sind sechs Millionen Juden in einer feindlichen Umgebung. Die
arabischen Ölmächte hassen sie. Den Europäern sind sie ein Dorn im Auge.
Den Indern, Russen und Chinesen sind sie bestenfalls gleichgültig. Sie
machen nur Ärger.
Die
gesamte Rezension finden Sie hier
» Na sowas
By Dialog at 10:02 AM
Nachdem sich die deutschen Medien anfangs noch unsicher waren, ob der
Angriff auf einen Rabbiner im Frankfurter überhaupt ein Motiv hat (die
Polizei wollte ja in alle Richtungen ermitteln), vermutet man nun einen
antisemitischen Hintergrund. Vorsicht ist bekanntlich die Mutter der
Porzellankiste.
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID7437822
_REF2,00.html
http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/4970/1046018/
polizeipraesidium_frankfurt_am_main
http://www.welt.de/politik/article1169088/Nach_Messerangriff
__No-go-Areas_im_Westen.html
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,504705,00.html
Montag, September 03, 2007
» Die Schattenseite der UNO
By Dialog at 5:22 PM
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, nun acht Monate im Amt, hat bewiesen, dass seine höfliche Art nicht mit einem Mangel an Entschlossenheit verwechselt werden kann. Die Amtsführung des koreanischen Diplomaten hat sich für Opfer von Darfur ausgesprochen, ist Sri Lanka wegen der Tötung von Entwicklungshelfern entgegengetreten und hat das internationale Tribunal zur Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri ins Leben gerufen. Ruhig, aber bestimmt trägt Ban dazu bei, die unentbehrliche Rolle der UNO in der Welt zu bekräftigen. Wenig Fortschritte kann Ban jedoch in der Konfrontation mit der Schattenseite der UNO für sich verbuchen. In Europa sind in dieser Woche zwei UN-gestützte Initiativen am Gange, die dem Bestreben des Generalsekretärs, die Effektivität und Glaubwürdigkeit der Weltorganisation zu verbessern, zuwiderlaufen.
Zum ersten initiiert die UNO eine Reihe internationaler Treffen zum Rassismus, im Vorfeld einer großen Weltkonferenz im Jahre 2009. Der sog. "Durban review"-Prozess ist der Nachfolger der 2001 in Südafrika abgehaltenen Konferenz, die zu einem diplomatischen Fiasko ausartete. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass die Sitzung und die ihr folgenden Veranstaltungen das Original sowohl der Form als auch dem Inhalt nach imitieren werden.
Die Vorbereitung der Konferenz in Durban 2001 wurde von der 57 Mitglieder starken Islamischen Konferenz an sich gerissen. Ein Vorbereitungstreffen für asiatische Nationen wurde in Teheran abgehalten - Israelis waren a priori davon ausgeschlossen. Das Vorbereitungsteam machte sich einen Text zu Eigen, in dem Israel für "ethnische Säuberungen" und "eine neue Art von Apartheid, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit" angeprangert wurde. Die Abschlusserklärung von Durban schlug zwar - nach internationalen Interventionen - einen gemäßigteren Ton an, sonderte Israel aber nach wie vor aus. Die US-Delegation verließ die Konferenz. Weit schlimmer waren jedoch die parallelen Sitzungen der Nichtregierungsorganisationen. Ein weit verbreiteter Flyer zeigte ein Foto Hitlers mit der Frage "Was, wenn ich gewonnen hätte?" und der Antwort "Es würde Israel NICHT geben." Goebbels-artige Karikaturen von Juden zirkulierten frei umher. Die Abschlusserklärung der Nichtregierungsorganisationen bezeichnete Israel als "rassistischen Apartheidstaat", der des "Völkermords" schuldig sei.
Es kann als sicher gelten, dass die Geister von 2001 von den Schamanen von Durban II wieder heraufbeschworen werden. Zusätzlich wird erwartet, dass islamische Staaten neue Anschuldigungen gegen den Westen für dessen "religiöse Diffamierung" erheben werden. Der Subtext dieses Refrains - der seinen Weg in die UN-Resolutionen der vergangenen sechs Jahre gefunden hat - ist, dass das größte Opfer des 11. September eigentlich der Islam gewesen ist. Das Land, das dazu auserkoren wurde, dem gesamten Prozess von 2009 vorzustehen, deutet auf die Ernsthaftigkeit des Anliegens hin: Muammar el-Gaddafis Libyen. Das selbe Regime, das 2002 seine höchste Auszeichnung dem verurteilten französischen Holocaust-Leugner Roger Garaudy verlieh, das regelmäßig schwarzafrikanische Migranten misshandelt und dass bulgarische und palästinensische Sanitäter allein dafür gefoltert hat, dass sie Ausländer sind. Dies ist das Land, das nun der Welt beibringen soll, was Rassismus ist - alles unter der Imprimatur der UNO.
Zum zweiten wird das Europäische Parlament in Brüssel am Donnerstag (30.08.) die "Internationale Zivilgesellschaftskonferenz zur Unterstützung des israelisch-palästinensischen Friedens" beherbergen. Anders als der nobel klingende Titel vermuten lässt, ist das Rapprochement bestenfalls hinterlistig. Man betrachte nur die dortige Vorstellung von Gleichgewicht: Auf der einen Seite stehen gewählte palästinensische Repräsentanten wie Raji Sourani, der die Anschläge der Hamas als "Widerstand" rechtfertigt, und Jamal Juma, der Israel als "kolonialistischen rassistischen Apartheidstaat" bezeichnet. Auf der anderen Seite stehen ausgewählte israelische Repräsentanten, die damit kaum mehr übereinstimmen könnten. Darunter sind etwa Michel Warschawski, nach eigener Auskunft ein "bekannter antizionistischer Aktivist" und Nurit Peled-Ehanan, die jüngst von sich gegeben hat, dass "der jüdische Kopf sich ununterbrochen im Dienst des Rassismus beugt, während der jüdische Geist die kreativsten Wege ersinnt, dieses Land zu verwüsten, zu beschädigen und zu zerstören". Der Staatsangehörigkeit nach sind sie Israelis, aber nur ein Narr würde sie sich als Repräsentanten eines israelischen Standpunktes vorstellen.
Die 16 Mitglieder zählende Palästinenser-Abteilung der UNO ist Teil einer ausufernden Infrastruktur von antiisraelischen Komitees und Programmen, die 1975 von der Vollversammlung im Zuge ihrer Resolution "Zionismus ist Rassismus" in Gang gesetzt worden ist. Allein in den vergangenen sechs Monaten hat die Abteilung beträchtliche Summen in Zusammenkünfte in Doha, Rom, Pretoria und New York gesteckt. Würde ihr 5-Millionen-Dollar-Budget nicht besser dafür eingesetzt werden, wirklich den Palästinensern zu helfen, etwa durch den Bau von Krankenhäusern in Gaza oder Schulen in Ramallah? Tragischerweise scheinen die arabischen Regime, die für ihre jährliche Erneuerung zuständig sind, mehr interessiert an der Aufrechterhaltung des Elends als an seiner Lösung zu sein. Gibt es etwas, was der Generalsekretär gegenüber solcher Unnachsichtigkeit tun kann? Es gibt etwas.
Diejenige, die das Debakel von Durban in erster Linie verursacht hat, war Mary Robinson, die UN-Menschrechtskommissarin, deren Diplomatie der Beschwichtigung die Verderber ermutigte. Dieses Mal sollte der Generalsekretär seine Offiziellen in Genf dazu anhalten, standfest zu bleiben. Was Brüssel angeht, sollte sein Repräsentant die klare Botschaft vertreten, dass anti-israelische Propaganda ein Relikt der Vergangenheit ist - und der Sache des Friedens eher schadet, als den Palästinensern hilft. Ein UN-Generalsekretär kann nicht nach von einzelnen Ländern betriebenen Körperschaften beurteilt werden, die aus dem Ruder laufen. Aber so wie Ban neulich gegen die Heucheleien des Menschrechtsrats protestiert hat, kann er nun ein Machtwort der Wahrheit sprechen.
Hillel C. Neuer ist Geschäftsführer von UN Watch in Genf.
(International Herald Tribune, 29.08.07)
Die zweitägige UN-Konferenz von Nichtregierungsorganisationen, die Ende vergangener Woche im Europäischen Parlament in Brüssel abgehalten wurde, hat in ihrer Abschlusserklärung vom Freitag Israel dazu aufgerufen, seine "Militäroperationen gegen das palästinensischen Volk" einzustellen. Wiederholt wurde zudem unter Heranziehung des Vergleichs mit dem südafrikanischen Apartheidsystem zu einem Boykott Israels aufgerufen. Für den Konflikt zwischen Hamas und Fatah machte man die "israelische Politik" verantwortlich.
(Yedioth Ahronot, 31.08./02.09.07)
» Im Alten Pfandhaus (Köln) geht es wieder los
By Dialog at 5:16 PM
Mittwoch, 05. September 2007 | 20:00
The New York Voices
»CD Release - A Day Like This«
Kim Nazarian, Peter Eldridge, Darmon Meader & Lauren Kinhan vocals
CD Bandorf piano | Paul Nowinski bass | Marcello Pelliteri drums
Das zweifach Grammy-gekürte Vokalquartett gilt als die weltbeste Formation des Jazzgesangs und eroberte Europa geradezu im Sturm.Verwurzelt im Jazz, verbinden die vier Sympathieträger vom Big Apple mit gleicher Virtuosität Rhythm & Blues, Klassik, Brazil und Pop-Elemente und reißen ihr Publikum zwischen der New Yorker Carnegie Hall und dem Hong Kong Arts Festival regelmäßig von den Stühlen. Mehr Informationen unter http://www.newyorkvoices.com Tickets: VVK: 32 Euro | AK: 40 Euro
Altes Pfandhaus GmbH | Kartäuserwall 20 | 50678 Köln
» Große Musik in kleinen Sälen
By Dialog at 5:12 PM
Auch für Leipziger selbst wird das sicher ein Erlebnis: Eine Fahrt durch die Stadt im Oldtimer-Bus, ein Besuch der Lebens- und Arbeitsstätten der berühmtesten Leipziger Komponisten, musikalische Einlagen an jeder Station ? und zum Abschluss Kaffee und Kuchen im Gohliser Schlösschen. Am 9.9. um 14:00 Uhr startet im Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig ein Wandelkonzert, das die Besucher unter anderem zum Schumann-Haus, zum Mendelssohn-Haus und ins Bach-Archiv führt. Sopranistin Ulrike Richter und Iva Dolezalek an den Tasteninstrumenten sorgen für das musikalische Programm und moderieren die Veranstaltung.
Karten zum Preis von 30,-? (zzgl. VVK-Gebühr) sind täglich zwischen 10 und 17 Uhr im Museumsshop des Bach-Museums bzw. telefonisch unter 0341 / 9137-207 erhältlich.
Einen ebenso unterhaltsamen wie informativen Nachmittag bieten die Leipziger Komponistenhäuser gemeinsam mit dem Museum für Musikinstrumente und dem Gohliser Schlösschen an. Denn beim Wandelkonzert hat man nicht nur die Möglichkeit, die Stätten, wo Mendelssohn einst komponierte, Bach einst ein- und ausging oder Clara und Robert Schumann sich einst eingerichtet hatten, näher kennenzulernen. Es gibt auch Geschichten rund um die berühmten Musiker und um deren Freunde und Kollegen ? Personen, deren Namen man heute vielleicht nicht mehr so gut kennt, die das Konzertleben der Stadt aber ebenfalls mitgetragen und ?gestaltet haben. Hörproben dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Ulrike Richter führt durch das Programm und bringt gemeinsam mit Iva Dolezalek Stücke vom Barock bis zur Romantik zu Gehör ? von Johann Sebastian Bach, dessen Söhnen Carl Philipp Emanuel und Johann Christoph Friedrich bis hin zu Beethoven, Zelter und Brahms. Gegen 17:30 Uhr ?klingt? die Veranstaltung bei Kaffee und Kuchen im Gohliser Schlösschen aus.
Sonntag, September 02, 2007
» Motettenbeginn in der Thomaskirche nach der Sommerpause
By Dialog at 5:13 PM
Die ersten Motetten nach den Ferien am 07. September um 18.00 Uhr und am 08. September um 15.00 Uhr im Rahmen der Mendelssohn-Festtage 2007 werden vom Thomanerchor und Thomasorganist Ullrich Böhme gestaltet. Thomaskantor Georg Christoph Biller dirigiert Werke von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Christian Theodor Weinlig und Richard Wagner. Am Samstag kommt gemeinsam mit dem Gewandhausorchester die Kantate ?Jesu, der du meine Seele? BWV 78 von Johann Sebastian Bach zur Aufführung.Das Eintrittsprogramm für 2 Euro ist ab 45 Minuten vor Beginn an den Eingängen der Thomaskirche erhältlich, Kinder und Leipzig-Pass-Inhaber (Sozialausweis) frei.
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