« Warum die Europäer Israel hassen | Home | Sukkot - das Laubhüttenfest »
Freitag, September 21, 2007
» Aufarbeitung der Geschichte - Skandal um Rosi
By Norman at 10:08 AM
Leider habe ich es erst während der aktuellen Sendung artour im MDR bemerkt, wie skandalös die Geschichtsaufarbeitung und das gehörige An- und Gedenken in Sachsen-Anhalt funktioniert. Dort lenkt "IM Rosemarie" als ehemalige Staatsanwältin in der "DDR" das Gedenken an deutsche Diktaturgeschichte und die Mittelvergabe an Opferverbände. CDU und SPD (die SED sowieso) stimmten ihrer "Berufung" seinerzeit (ohne Gegenstimme) zu. Die Welt berichtete in ihrer Printausgabe über diese Ungeheuerlichkeiten. Der Mitteldeutsche Rundfunk griff in seiner gestrigen artour-Sendung den Fall auf:
... In der Gedenkstätteninitiative sind unter anderem das Museum Deutsche Teilung Marienborn und das von Nazis und Stasi genutzte Hallesche Zuchthaus "Roter Ochse" vereint. Die 53-jährige Tiedge, die zu DDR-Zeiten als Staatsanwältin an der Verurteilung von Republikflüchtlingen beteiligt war und als "IM Rosemarie" für Mielkes Geheimdienst gespitzelt hat, denkt überhaupt nicht daran, von ihrem Posten zurückzutreten. Der Fall Tiedge illustriert deutlich den Umgang mit der Geschichte in Sachsen-Anhalt. 17 Jahre hat man dort gebraucht, um eine Stiftung zu etablieren, welche die Aktivitäten der Gedenkstätten des Landes koordiniert.
Fall Gardelegen
Und wohin es führt, wenn einzelne Museen und Gedenkorte sich selbst und der Geschichtsauffassung ihrer Leiter überlassen bleiben, zeigt der Skandal in Gardelegen. Hier hat Herbert Becker, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe bei Gardelegen, der in der DDR jahrelang Lehrfilme für den Staatsbürgerkundeunterricht produzierte, bei der Staatsanwalt Stendal Strafanzeige gegen ehemalige KZ-Häftlinge gestellt. Diese waren in den letzten Kriegstagen 1945 unter Gewissensnöten zur SS übergelaufen, um ihr eigenes Leben zu retten, und beteiligten sich an einem Massaker, dem 1.100 Menschen zum Opfer fielen. Die nachträgliche Kriminalisierung dieser Menschen, die schon in den 50-er Jahren verurteilt worden waren, verwischt die Grenze zwischen SS-Tätern und den Opfern. In Gardelegen dominiert unkommentiert noch die alte DDR-Erinnerungskultur mit ihrer Inanspruchnahme aller Naziopfer als "antifaschistische Widerstandskämpfer, die mahnen, im Kampf gegen den Imperialismus nicht nachzulassen"...
Da die ARD ihre Beiträge mehrfach verwurstet, ist zu hoffen, daß der Beitrag den Weg zu ttt findet.
| Anzeige Nutzen Sie bei Ihren Vakanzen aus den Bereichen Medizintechnik, Medizinsystemen, Pharma und im Gesundheitswesen die Dienste einer professionellen Personalberatung. suademus rekrutiert im Wege der Personalvermittlung, der anzeigengestützen Personalsuche und der Direktansprache (Headhunting) |