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Montag, Oktober 08, 2007
» Ahmadinedingsbums fordert Referendum zum Transfer Israels
By Norman at 8:47 PM
Der iranische Staatspräsident hat anlässlich des weltweit von Muslimen begangenen Al-Quds-Tages dazu aufgerufen, in "Palästina" ein Referendum darüber abzuhalten, "ob Israel nach Kanada, Alaska oder Europa transferiert" werden soll. Daran sollten Muslime, Christen und Juden teilnehmen.
Ahmadinejad variiert damit einen früheren Vorschlag hinsichtlich der Umsiedlung von Israels Juden nach Europa. Warum er nun stattdessen Kanada und Alaska empfiehlt, erklärte er bei seiner Rede in Teheran wie folgt: "Die europäischen Staaten können die Anwesenheit eines zionistischen Regimes nicht ertragen, und deswegen wollen sie dieses weiterhin den Staaten des Nahen Ostens aufdrängen." Dabei schloss der iranische Staatspräsident mit der Bemerkung: "Das zionistische Regime, das brutale Vorgehen der Zionisten und die unbegrenzte Unterstützung, die sie von amerikanischer Seite erfahren, sind eine Beleidigung für die menschliche Würde."
(Yediotha Ahronot, 07.10.07) Kleine Ergänzung: Jedi'ot Acharonot ist eine große hebräisch-sprachige Tageszeitung in Israel. Ein Chefredakteur der Zeitung war bis 1948 der aus Leipzig stammende Journalist Azriel Carlebach (1909-1956), der im selben Jahr die Zeitung Maariw gründete.
Nachtrag mit guten Nachrichten
Unterdessen berichten mehrere Agenturen, daß es an der Teheraner Universität zu Rangeleien gekommen sein soll. Man darf sich natürlich fragen, warum (akademische) Lehranstalten eine Anziehungskraft auf Ahmadinedingsbums ausüben. Die Nachrichten geben dennoch Anlass zur Hoffnung, weil bislang davon auszugehen war, daß sich neben keinen Homosexuellen auch keine Akademiker im Iran befinden. So berichtet derStandard:
... "Tod dem Diktator" riefen über hundert regierungskritische Studenten. Die Demonstranten lieferten sich ein Handgemenge mit Anhängern Ahmadinejads, die "Danke, Präsident" riefen. Die Polizei war vor den Toren der Universität postiert und betrat den Campus nicht.
Der Protest ging zu Ende, nachdem der Wagen Ahmadinejads das Gelände verlassen hatte. Die Behörden hatten vor Beginn der Veranstaltung die Ausweise von allen Studenten kontrolliert und nur ausgewählte Personen in den Saal vorgelassen. Den Demonstranten gelang es aber trotzdem, die Rede Ahmadinejads zu hören.
Ahmadinejad ging in seiner Rede auch auf seinen Auftritt an der Columbia-Universität in New York Ende September ein, wo er sich harsche Kritik anhören musste und vom Rektor als "engstirniger und grausamer Diktator" bezeichnet wurde. Dieser "sorgfältig inszenierte Zwischenfall" habe darauf abgezielt, das Ansehen der iranischen Nation zu schädigen, meinte der Präsident. Er fügte hinzu, die "materielle Welt und der Materialismus" seien an ihr Ende gelangt.
Studenten berichten, dass einige Kritiker gefangen genommen oder von Seminaren an der Universität ausgeschlossen wurden. Einige Hochschüler verlangten am Montag die Freilassung von Kommilitonen. Die Ahmadinejad-Anhänger forderten ihrerseits Regierungskritiker auf, die Universität zu verlassen....
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