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Dienstag, Juli 01, 2008

» Der Antizionist, der kein Antiamerikaner sein möchte

By Dialog at 11:14 AM

Erneut hat sich ein Spinner und damit würdiger Träger des "Alternativen Nobelpreises" zu Wort gemeldet. Diesmal in einer linken Studentenpostille. Zunächst gilt es den (selbstverständlich absurden) Vorwurf eines eigenen Antiamerikanismus zu negieren:

Galtung: Anti-Amerikanismus ist eine Floskel! Ich bin sehr begeistert von der amerikanischen Republik, aber ich hasse das amerikanische Imperium. Das ist übrigens auch eine Haltung, die ich überall in der Welt finde, vor allem unter Muslimen. Da sollten die USA etwas ändern.

Ganz genau. Hass hat nun wirklich nichts mit irgendeinem "Ismus" zu tun. Galtung (nicht Geltung) berichtet aber in weiser Voraussicht auch vom Untergang des Imperiums:

16vor: 1980 haben Sie prognostiziert, dass innerhalb von zehn Jahren die Mauer fallen würde und die Sowjetunion anschließend zerfällt. Ihre Prognose war erschreckend genau. Nun haben Sie 1999 die Behauptung aufgestellt, dass es das amerikanische Imperium bis zum Jahr 2020 nicht mehr geben wird. Stehen Sie heute noch hinter dieser Prognose?

Galtung: Ja, denn ich befrage ja keine Kristallkugeln, sondern ziehe meine Schlüsse aus guter Theorie. Ich bin schließlich Sozialwissenschaftler und kein Meteorologe. Und jetzt geht es um das amerikanische Imperium. Ich habe die Prognose ursprünglich auf 2025 angesetzt, doch dann wurde Präsident Bush gewählt und ich habe mich um fünf Jahre korrigiert. Und im Falle eines Wahlsieges von McCain ziehe ich noch einmal fünf Jahre ab. Er würde das beschleunigen.

16vor: Woran machen Sie das fest? Was sind die Faktoren, die zum Fall eines Imperiums führen?

Galtung: Das ist eine komplizierte Geschichte. Ich habe im Fall der Sowjetunion neun Widersprüche ausfindig gemacht. Für die USA habe ich 15 Widersprüche, denn die sind komplexer. Das sind ökonomische, militärische, kulturelle und natürlich politische. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Die Gehorsamkeit der Bündnisstaaten ist nicht mehr vorhanden. Die Zeiten in denen die USA der "Großmeister" waren, der den Knaben Dokumente vorlegte, die ohne Vorbehalt unterschrieben wurden, sind vorbei. Die Magie ist verschwunden.

16vor: Welch Symptome sehen Sie, die Sie in Ihrer Behauptung bestätigen?

Galtung: Ich bin zwar Spezialist für den Zerfall von Imperien, was ich jedoch nie gefunden habe, ist ein gemeinsamer Faktor. Was sie jedoch alle gemeinsam haben, sind die unüberbrückbaren Widersprüche. Und diese Widersprüche spüren die Eliten und Politiker eines Landes: Sie werden panisch, sie handeln irrational. Nehmen Sie nur den Irak-Krieg. Es gibt keine vernünftige Erklärung für den Einmarsch der USA, sie schlagen aus Panik um sich, wissen weder ein noch aus. Dazu kam einfach, dass sie einen außerordentlich unbegabten Präsidenten gewählt haben. Er ist ganz einfach dumm, im Sinne von D-U-M-M. Das hat den Zerfall beschleunigt.

16vor: Sehen Sie denn die Chance auf Besserung durch einen neuen Präsidenten?

Galtung: John McCain ist weniger dumm, bei ihm ist es etwas anderes: Wut. Und mit Wut regiert man nicht die Welt.

16vor: Wütend worauf?

Galtung: Auf fünf Jahre Gefängnis in Vietnam. Er ist zudem ein sehr temperamentvoller Mann, das ist bekannt in den USA und die Leute haben Angst davor, dass er explodiert.

Au Backe. Der ganze Schrott hier:

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