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Montag, September 01, 2008

» Die Wiege der Menschheit in Leipzig

By Dialog at 8:16 PM

Kunstausstellung "Harmonie der Kontraste" zeigt Werke internationaler Künstler zum Thema "ICHBINICH - EGOUNIVERSUM"

Günther - Hilger- Kuhrt - Mess - Miotte - Porcu - Rothe - Whiting

Integriert in das Projekt : "ICHBINICH - EGOUNIVERSUM" zeigt die vom 28. August bis 19. Oktober 2008 in Leipzig präsentierte Ausstellung "Harmonie der Kontraste" verschiedene Kunstwerke international hochkarätiger Künstler, die sich in ihren Arbeiten allesamt an einem Thema orientiert haben: "ICHBINICH - EGOUNIVERSUM".

Die Werke interpretieren faszinierend Fragen wie "wo komme ich her und wo ist mein Platz in der endlosen Kette des Daseins?" und beschäftigen sich allesamt mit dem ICH.

Den Impuls, sich mit dem ICH künstlerisch auseinander zu setzen, bekam der Leipziger Initiator und Künstler Günther Rothe im Jahre 2003 bei einem Besuch im Frankfurter Naturmuseum und Forschungsinstitut Senckenberg. Professor Dr. Friedemann Schrenk, Leiter der Abteilung für Paläoanthropologie, machte ihn dort mit einem seiner Prestigeobjekte bekannt: eine in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts auf Java gefundene Schädeldecke (Sangiran II) eines Vor-Menschen, eines so genannten Hominiden.

Rothe, beim Anblick des rund 1,2 Millionen Jahre alten Relikts ? man könnte die Schädeldecke als Wiege der Menschheit bezeichnen - in tiefster Seele berührt, hatte sofort die spontane Idee für die Umsetzung eines Kunstprojektes. Als Künstler schwebte ihm eine prägnante, Geist und Sinne überwältigende visuelle Inszenierung vor. In ihrem Zentrum: die Millionen Jahre alte Schädelkalotte, umgeben von Werken ausgewählter zeitgenössischer, internationaler Künstler.

Intuitiv begriff Rothe den Ur-Menschen, dem der Schädel gehörte, als fühlendes und denkendes Individuum, als ICH. Und weil jedes ICH in den Augen des Künstlers ein Universum darstellt, nannte er seinen ersten Konzeptentwurf für das Projekt "Das ICH-Universum". Im Verlauf der Internationalisierung des Projekts wandelte sich dieser Arbeitstitel zum lateinischen Wortbild "EGOUNIVERSUM", dessen durch Fettdruck hervorgehobenen Bestandteile auf deutsch "ich bin" oder auch "ich bin ich" bedeuten.

Die Formel "ICHBINICH - EGOUNIVERSUM" wurde zum Titel-Signet einer visuellen Inszenierung, die als global vernetzte Ausstellung im Rahmen einer Welttournee mit wechselnden Teilnehmern in 23 Metropolen, darunter Rom, Paris, New York und London, Station machen wird. Künstler aus verschiedenen Ländern haben sich mit der Thematik beschäftigt und werden hierzu ihre Werke präsentieren.

Der im Juli 2007 in den "Potsdamer Platz Arkaden" in Berlin erfolgte Auftakt übertraf alle Erwartungen. 20.000 zusätzliche Besucher täglich sahen sich die Schau

Günther Rothe

Er lebte bereits zu DDR-Zeiten "zwischen den Welten", war der jüngste Orchesterleiter einer auch über die Grenzen bekannten Big Band und gründete Anfang der achtziger Jahre seine Showband, mit der er auch außerhalb des eisernen Vorhangs gastierte: Günther Rothe aus Leipzig. Er studierte in seiner sächsischen Heimatstadt zunächst Musik, fühlte sich aber damals schon besonders zur bildenden Kunst hingezogen. Ende der achtziger Jahre wandte er sich dann endgültig der Malerei zu.

Sein Mentor und Lehrer war in dieser Zeit Professor Heinz Wagner, dessen erste Worte waren: ?Ich kann Dir das Malen beibringen, aber die Bilder musst Du alleine machen". Heute gehört Rothe zu den exponierten Leipziger Künstlern, obwohl er der "Leipziger Schule" nicht zuzuordnen ist. Seine Malerei umgeht sowohl den philosophischen Anspruch wie den von der Gegenständlichkeit geprägten erzählenden Charakter dieser Kunstrichtung. "Malen und Musik liegen dicht beieinander - beides besteht aus lauten und leisen Tönen" so Rothe, dessen Bilder genau diese "lauten" und "leisen" Töne in sich vereinen. Für ihn zählt nicht das ?was?, sondern ?wie? gemalt wird, denn ?es gibt keine hässliche Farbe, nur die daneben passt nicht?.

Die Interpretationen seiner Malereien beruhen auf einer ungewöhnlichen Technik, die unverwechselbares Charisma erreichen. Rothes Bilder verinnerlichen eine Liason von Gegenständlichkeit und Abstraktion und erzielen damit eine suggestive Inspiration beim Betrachter. Seine bemerkenswerten Kompositionen enthalten einen Rest von Landschaftssilhouette, erweitern sich aber über ihre atmosphärische Dichte von Seelandschaften zu Seelenlandschaften.

Im Zwischenbereich von Abbild und Abstraktion entdeckt der Betrachter den Künstler zunächst als feinsinnigen Naturbeobachter. "Ich versuche, die Bilder in Komposition und Farbe so darzustellen, dass der Betrachter die Chance hat, sich einzufühlen", so Rothe über seine Werke, die durch die kleine Produktion für Kunstliebhaber mit langen Wartezeiten verbunden sind. Bewertungen oder Maßstäbe legt er in der Kunst nicht an, für ihn zählt nur die Einschätzung und das individuelle Erlebnis des jeweiligen Betrachters.

Diese Sichtweise spiegelt sich auch in Rothes aktuellem Projekt "ICHBINICH - EGOUNIVERSUM? wider. Seit er 2003 im Naturmuseum und Forschungsinstitut Senckenberg Prof. Dr. Schrenk und der rund 1,2 Millionen Jahre alten Schädelkalotte begegnete, die in den dreißiger Jahren auf Java gefunden wurde, hatte er spontan die Idee, für ein weltumspannendes Kunstprojekt. Unter dem Titelsignet ?ICHBINICH - EGOUNIVERSUM? setzen sich Künstler aus aller Welt zu diesem Thema mit den ihnen eigenen künstlerischen Interpretationen auseinander. Die Philosophie des Ichs geht hervor aus dem visuellen Mittelpunkt des Projektes: dem Abguss der Millionen Jahre alten Schädelkalotte.

Um in verschiedenen internationalen Metropolen ? geplant sind derzeit 23 Weltstädte ? Station machen zu können, konzipiert Rothe eine temporäre Ausstellungsplattform in Form eines Würfels, dessen Inneres die Schau auf mehreren Etagen tragen wird. Mit den in "Harmonie der Kontraste" ab dem 28. August 2008 in Leipzig gezeigten unterschiedlichen Kunstwerken präsentieren sich die involvierten Künstler mit vielfältigen Ausdrucksformen und Betrachtungsweisen. Diese sind damit gleichzeitig integriert in das Projekt ICHBINICH ? EGOUNIVERSUM.

www.harmonie-der-kontraste.de

Published in: Kultur, Leipzig | Permalink
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