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Dienstag, März 24, 2009
» Gier hat die Finanzkrise nicht ausgelöst
By Dialog at 11:51 AM
In einem bemrekenswerten Interview zu Tagesfragen offenbart sich Richard Schröder gegenüber Daniel Friedrich Sturm in der Welt:
Kein Grund zu Revolution: Der Philosoph und DDR-Bürgerrechtler Richard Schröder ist sich sicher ? der Staat ist nicht der bessere Banker. Auf WELT ONLINE spricht er über die Vorzüge des Kapitalismus, die plumpe Kritik an der Gier und den gefährlichen Populismus der Linken.
WELT ONLINE: Wir befinden uns in einer schweren Wirtschaftskrise. Was sind die Ursachen der Krise?
Richard Schröder: Wir haben einen Mangel an internationalen Regeln. Außerdem hat lange ein Zeitgeist geweht, in dem mancher sagte: Je weniger Regeln, desto besser. Das war falsch. Wir haben bereits auf nationaler Ebene erlebt, dass es Regeln bedarf, bis der Kapitalismus eine Wohltat wird.
Das Streikrecht etwa musste durchgesetzt werden. Der Staat also musste regulieren, um ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Kapital herzustellen. Auf internationaler Bühne ist das viel schwieriger, weil die Staaten ungern Souveränität abgeben.
WELT ONLINE: Zuweilen wird die Krise mit der Gier von Managern erklärt. Wie kommt es zu diesem Erklärungsmuster?
Schröder: Wenn Menschen nicht erklären können, was Menschen geschehen lassen, neigen sie zu Sündenbocktheorien. "Gier" aber hat diese Wirtschaftskrise nicht verursacht. Oder wie will man erklären, dass vor fünf Jahren plötzlich die "Gier" ausgebrochen sein soll?
Ein bestimmter Anteil von Menschen ist doch immer darauf aus, reich zu werden. Das sieht man an den Lottoschaltern. Will man jetzt die Krise bekämpfen, indem man appelliert: Seid nicht so gierig ? spielt nicht mehr Lotto?
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