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Freitag, Juli 24, 2009

» Die Spinner aller Länder vereinigen sich

By Dialog at 7:53 PM

... in der Jungen Welt:

Dank an Horst Köhler

Die Erich-Mühsam-Gesellschaft in Lübeck dankt Bundespräsident Horst Köhler für die Auszeichnung der Israel-Kritikerin Felicia Langer:

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, der Vorstand der Erich-Mühsam-Gesellschaft begrüßt Ihre Entscheidung, Felicia Langer mit dem Bundesverdienstkreuz zu ehren. Die öffentliche Herabwürdigung der Preisträgerin empfinden wir als beschämend ? allerdings nicht für die Geehrte.

2005 erhielt Felicia Langer den Erich-Mühsam-Preis. So wie Erich Mühsam sich für die Benachteiligten in der Gesellschaft einsetzte, ist es Felicia Langers Anliegen, den Schwachen zum Recht zu verhelfen, Gerechtigkeit herzustellen, ob als Rechtsanwältin in Israel oder als Autorin in Deutschland. Und wie Erich Mühsam scheint sie Haß und Diffamierungskampagnen dadurch zu wecken, daß ihre Berichte und Argumente immer mehr Menschen überzeugen. In Sachen Gerechtigkeit ist sie kompromißlos wie Mühsam. Der prägte den Satz: »Sich fügen heißt lügen.« Ihre Entscheidung, Felicia Langers Engagement zu würdigen, verstehen wir als mutmachendes Signal für einen Weg in Richtung Frieden in Nahost.

Die Arbeitsgruppe Globalisierung & Krieg des globalisierungskritischen Netzwerks ATTAC Deutschland begrüßt die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer:

Bundespräsident Horst Köhler verlieh der Schriftstellerin und Anwältin Felicia-Amalia Langer am 16. Juli das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Felicia Langer erhielt die Auszeichnung als Anerkennung für »ihr herausragendes Engagement und für ihr gesamtes humanitäres Lebenswerk«, so die Laudatio.

Die Arbeitsgruppe Globalisierung & Krieg von ATTAC Deutschland begrüßt die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer. Geprägt durch die Erfahrung des Sechs-Tage-Kriegs 1967, der zur Besetzung palästinensischer Gebiete führte, setzt sich Felicia Langer seitdem für die Rechte der Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten ein. Ihr Engagement zielt darauf, allen in der Region ansässigen Menschen ein Leben in Würde, in Gleichberechtigung und in Anerkennung ihrer jeweiligen kulturellen Traditionen zu ermöglichen. Im Jahre 1990 schloß Felicia Langer ihre Anwaltskanzlei in Israel. Sie protestierte damit gegen Entwicklungen im israelischen Justizwesen, die ihr die Aufgabe, anwaltlich für die Rechte der Palästinenser einzutreten, zunehmend erschwert hatten. Lehraufträge an den Universitäten Bremen und Kassel folgten, und Felicia Langer übersiedelte nach Deutschland. Felicia Langer ist Ehrenbürgerin der Stadt Nazareth und Trägerin des Alternativen Nobelpreises. Sie hat mit ihrer oft deutlichen Kritik an der Politik Israels vielfach Diskussionen angestoßen. Ihre Positionen sind dabei auch auf Widerstand gestoßen. Die Arbeitsgruppe Globalisierung & Krieg von ATTAC Deutschland wirbt dafür, diese Diskussionen zu führen und die vorliegenden Argumente zu wägen. »Aufforderungen an Bundespräsident Köhler, Felicia Langer das Bundesverdienstkreuz zu entziehen, entsprechen nicht unserer Vorstellung einer offenen gesellschaftlichen Diskussion zu den von Felicia Langer vertretenen Positionen«, so Sprecherin Gudrun Reiß.

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