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Freitag, Februar 05, 2010
» Die Linke und NPD in Eintracht
By Dialog at 4:45 PM
Links- und Rechtsradikale haben sicht nur häufig die gleichen Auffassungen, sondern sind sich traditonell auch in der Pflege ihres antisemitischen Erbes einig. Jetzt bekommt Sahra (keine Angst, sie heißt nur so) Wagenknecht Unterstützung von alten und neuen Freunden aus der NPD.
Donnerstag, November 19, 2009
» Hoppla
By Dialog at 2:01 PM
Gewalttätige Demonstranten verhinderten in Hamburg die Vorführung eines Films über Israel - und sollen die Kinobesucher als "Judenschweine" beschimpft haben. Jetzt hat sich der Regisseur Claude Lanzmann erstmals dazu geäußert: Ein derartiger Skandal sei weltweit einmalig.
Freitag, Juli 24, 2009
» Die Spinner aller Länder vereinigen sich
By Dialog at 7:53 PM
... in der Jungen Welt:
Dank an Horst Köhler
Die Erich-Mühsam-Gesellschaft in Lübeck dankt Bundespräsident Horst Köhler für die Auszeichnung der Israel-Kritikerin Felicia Langer:
Sehr geehrter Herr Bundespräsident, der Vorstand der Erich-Mühsam-Gesellschaft begrüßt Ihre Entscheidung, Felicia Langer mit dem Bundesverdienstkreuz zu ehren. Die öffentliche Herabwürdigung der Preisträgerin empfinden wir als beschämend ? allerdings nicht für die Geehrte.
2005 erhielt Felicia Langer den Erich-Mühsam-Preis. So wie Erich Mühsam sich für die Benachteiligten in der Gesellschaft einsetzte, ist es Felicia Langers Anliegen, den Schwachen zum Recht zu verhelfen, Gerechtigkeit herzustellen, ob als Rechtsanwältin in Israel oder als Autorin in Deutschland. Und wie Erich Mühsam scheint sie Haß und Diffamierungskampagnen dadurch zu wecken, daß ihre Berichte und Argumente immer mehr Menschen überzeugen. In Sachen Gerechtigkeit ist sie kompromißlos wie Mühsam. Der prägte den Satz: »Sich fügen heißt lügen.« Ihre Entscheidung, Felicia Langers Engagement zu würdigen, verstehen wir als mutmachendes Signal für einen Weg in Richtung Frieden in Nahost.
Die Arbeitsgruppe Globalisierung & Krieg des globalisierungskritischen Netzwerks ATTAC Deutschland begrüßt die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer:
Bundespräsident Horst Köhler verlieh der Schriftstellerin und Anwältin Felicia-Amalia Langer am 16. Juli das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Felicia Langer erhielt die Auszeichnung als Anerkennung für »ihr herausragendes Engagement und für ihr gesamtes humanitäres Lebenswerk«, so die Laudatio.
Die Arbeitsgruppe Globalisierung & Krieg von ATTAC Deutschland begrüßt die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer. Geprägt durch die Erfahrung des Sechs-Tage-Kriegs 1967, der zur Besetzung palästinensischer Gebiete führte, setzt sich Felicia Langer seitdem für die Rechte der Palästinenser in den von Israel besetzten Gebieten ein. Ihr Engagement zielt darauf, allen in der Region ansässigen Menschen ein Leben in Würde, in Gleichberechtigung und in Anerkennung ihrer jeweiligen kulturellen Traditionen zu ermöglichen. Im Jahre 1990 schloß Felicia Langer ihre Anwaltskanzlei in Israel. Sie protestierte damit gegen Entwicklungen im israelischen Justizwesen, die ihr die Aufgabe, anwaltlich für die Rechte der Palästinenser einzutreten, zunehmend erschwert hatten. Lehraufträge an den Universitäten Bremen und Kassel folgten, und Felicia Langer übersiedelte nach Deutschland. Felicia Langer ist Ehrenbürgerin der Stadt Nazareth und Trägerin des Alternativen Nobelpreises. Sie hat mit ihrer oft deutlichen Kritik an der Politik Israels vielfach Diskussionen angestoßen. Ihre Positionen sind dabei auch auf Widerstand gestoßen. Die Arbeitsgruppe Globalisierung & Krieg von ATTAC Deutschland wirbt dafür, diese Diskussionen zu führen und die vorliegenden Argumente zu wägen. »Aufforderungen an Bundespräsident Köhler, Felicia Langer das Bundesverdienstkreuz zu entziehen, entsprechen nicht unserer Vorstellung einer offenen gesellschaftlichen Diskussion zu den von Felicia Langer vertretenen Positionen«, so Sprecherin Gudrun Reiß.
Sonntag, April 19, 2009
» Israel-USA: Belastete Beziehungen
By Dialog at 7:24 PM
"Buscheir oder Jitzhar". Ram Emanuel, Stabschef im Weißen Haus, soll im Gespräch mit einem amerikanischen Juden den Bau einer iranischen Atombombe mit Israels Siedlungspolitik im Westjordanland auf eine Ebene gestellt haben. Busheir ist das von der deutschen Firma Siemens gebaute und von den Russen fertig gestellte Atomkraftwerk im Iran. Jitzhar ist eine berüchtigt radikale Siedlung nahe Nablus im Westjordanland?
von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 19. April 2009
Die gereimte Schlagzeile "Buscheir oder Jitzhar" in der Zeitung "Jedijot Achronot" hat am Tag vor der Ankunft des amerikanischen Nahostvermittlers George Mitchell in Israels Medien Empörung, Angst und Sorge ausgelöst. Der Bau einer iranischen Atombombe mitsamt wiederholten Drohungen iranischer Politiker, Israel zu zerstören, wird als akute Gefahr für den physischen Bestand des jüdischen Staates gesehen. Emanuels angebliche Äußerung, Israels Existenz von einem Ende der Siedlungspolitik abhängig zu machen, wurde schon als radikale Wende amerikanischer Interessen im Nahen Osten gewertet, obgleich diese Äußerung nicht einmal bestätigt wurde.
Samstag, Januar 03, 2009
» Ein Eimer Leim für ein Tässchen Blut
By Norman at 4:32 PM
Es ist keine Neuigkeit, daß Europa der Propaganda aus Hamsatan auf den Leim geht. Neu ist eine "Aktion" "beherzter" "Friedenfreunde", also von Antisemiten mit menschlichem Antlitz. Diese stören sich an der klaren Aussage von Kanzlerin Merkel zur israelischen Reaktion auf die täglichen Angriffe durch die Hamas.
Eine Auswahl:
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,
Betr. Ihre heutige einseitige Schuldzuweisung an die palästinensische Hamas
Etwas anderes als ein Kotau vor dem zionistischen Nationalismus der israelischen Bourgeoisie war von Ihnen selbstverständlich nicht zu erwarten. Bemerkenswert aber ist, dass Sie in einem Land, das nie Krieg geführt hat, aufwuchsen, und trotz Ihrer vorgeblich christlichen Gesinnung einen marketenderischen Hang für die völkerrechtswidrigen Vernichtungskriege der Präsidenten Bush und Olmert entwickeln konnten.
Als Zeichen meiner Missachtung übersende ich Ihnen symbolisch eine Tasse, die ebenso symbolisch mit palästinensischem Kinderblut gefüllt ist.
Jürgen Cain Külbel
Journalist, Berlin
Dienstag, 30. Dezember 2008
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,
Meine verstorbenen Eltern waren anständige Juden. Sie wurden aus ihrer Heimat Deutschland von den "christlichen" Nazis vertrieben, weil sie nicht dem "Herrenvolk" der Stunde angehörten. Ich wurde in Palästina geboren. Unsere lieben Nachbarn in Jerusalem wurden von den "jüdischen" Nazis aus ihrer Heimat vertrieben, weil sie auch nicht dem "Herrenvolk" der Stunde angehörten. Das Gazastreifen, das größte Gefängnis der Welt, ist mit Stacheldraht umgeben und wird von Juden bewacht, die dafür sorgen, dass die vertriebenen Palästinenser nicht das jüdische Blut durch ihre Anwesenheit verseuchen. Das vierfüßige Zeichen von Deutschland hat sich bei den israelischen Juden zum Zionstern umgewandelt. Es bekleidet ihre Panzer und Angriffsflugzeuge und sorgt dafür, dass Palästinenser nicht zwischen jüdischen Nazis und Judentum unterscheiden können.
Weder Sie noch ich haben das moralische Recht, Leute, die nicht die minimalsten Menschenrechte genießen, zu kritisieren. Obwohl ich es bedauere, dass Hamas israelische Siedlungen beschießt, weil dieses Vorgehen nicht zur Befreiung von Palästina führen kann, habe ich Verständnis für die Verzweiflung der Gazaner, die ohne Hoffnung auf eine Befreiung leben müssen. Die Bewohner von Gaza brauchen unsere moralische und aktive Unterstützung, damit sie ihre Freiheit gewinnen. Wir können nur von freien Menschen verlangen, dass sie sich an ethische Maßstäbe halten sollen.
Sie sollten sich als deutsche Bundeskanzlerin schämen, die jüdischen Nazis gegen eine arme Bevölkerung von Flüchtlingen zu unterstützen. Sind sie etwa ein getarnter Antisemit, der Juden ein goldenes Seil schenkt, damit sie sich aufhängen können?
Als Zeichen meiner Missachtung übersende ich Ihnen symbolisch eine Tasse, die ebenso symbolisch mit Kinderblut gefüllt ist: Blut von palästinensischen Kindern, christlichen, muslimischen und jüdischen Glaubens.
Elias Davidsson
Ein Palästinenser jüdischer Abstammung
Blutiges Neues Jahr
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,
Ich verstehe jetzt allmählich, wie und in welcher Hinsicht Sie in der DDR unterdrückt wurden. Uns bekommt Ihre neue Freiheit jedenfalls schlecht. Und anderen leider auch. Als Zeichen meiner Missachtung übersende ich Ihnen symbolisch eine Tasse, die ebenso symbolisch mit palästinensischem Kinderblut gefüllt ist.
Klaus Hartmann
Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes
Frau Bundeskanzlerin,
Ihre Haltung zum Angriff Israels auf Gaza ist eine Schande für das gesamte deutsche Volk. Und nicht weniger für die gesamte Geschichte des internationalen Kampfes gegen Völkerausrottung, gegen jeglichen Genozid - eines Kampfes, der sich ja im 20. Jahrhundert wesentlich gegen deutsche Verbrechen richtete. - Nun muss er sich gegen die israelische Genozid-Politik richten!
So wie die Kampfgruppen der Juden im Warschauer Ghetto, die 1943 in militärisch völlig aussichtsloser Lage, ihre Extermination als Volk vor Augen, mit dem Angriff auf deutsche SS- und Wehrmachtseinheiten den ersten Warschauer Aufstand, den Aufstand des jüdischen Ghettos, begannen, so haben - nach den israelischen Vernichtungsangriffen schon während des angeblichen Waffenstillstandes - die arabisch-palästinensischen Widerstandsgruppen ihren vezweifelten, militärisch zwecklosen Beschuss der israelischen Siedlungen in der Nähe des Gazastreifens - übrigens nach dem Teilungsbechluss der UNO samt und sonders arabische Gebiete - wieder aufgenommen.
Daraus eine Alleinschuld der arabischen Widerstandskämpfer abzuleiten, ist genau so, wie den Juden Warschaus die "Schuld" am Widerstand gegen die verbrecherische deutsche Wehrmacht zu geben. Das letztere wagen Sie natürlich nicht, Frau Bundeskanzlerin - jedoch haben Sie die unglaubliche Kühn- bzw. Frechhheit, "im Namen Deutschlands" die Attacken der israelischen Militärmaschinerie als gerechtfertigt, die Hamas- bzw. Dschihad-Kämpfer aber als Kriegsauslöser, ja -verbrecher und Terroristen hinzustellen.
Ich stelle fest: Sie haben einfach nichts verstanden - alles vergessen - und nichts hinzugelernt.
Für mich sprechen Sie daher nicht, wenn Sie solch verantwortungslosen Unsinn von sich geben, so wenig wie für alle diejenigen deutschen BürgerInnen, die das Wesen dieses Konfliktes überhaupt zu begreifen bereit sind. (Trotz des Lügenvorhangs Ihrer Regierung und der Konzern-Medien sind das nicht wenige.)
Mit gebührender Hochachtung
Dr. Volker Wirth
» Ratschläge, auf die Sie verzichten sollten
By Dialog at 4:16 PM
Die Friedensfutzis aus Kassel melden sich nach einem urlaubreichem Jahr 2008 langsam zurück. Nachdem der Georgienfeldzug Putins noch keine Beachtung fand, freut man sich aktuell an dem Helden der fried- und schuhliebenden Welt. Weiters bereitet man die Welt auf eine Zeit nach Bush vor; so wird "Eine Welt ohne NATO" denkbar und alles wird ökologischer, wenn halt der böse Ami nicht wäre.
Mittwoch, September 03, 2008
» Leipzigs nächste Partnerstadt in Israel?
By Dialog at 5:05 PM
Leipzig sucht nächste Partnerstadt in Israel
"Leipzig hat mittlerweile 13 Partnerstädte, und bis 2010 soll noch eine hinzukommen, dieses Mal in Israel", verriet Gabriele Goldfuß, Leiterin des Referats für europäische und internationale Zusammenarbeit in der Stadtverwaltung. Dabei sehe das allgemeine Prozedere so aus, dass zuerst Vereine gesucht werden, die diese Aufgabe übernehmen wollen. Sind diese gefunden, werden Austauschprogramme organisiert. Das sei notwendig, um auszuloten, ob überhaupt ein aktives Interesse der Bürger an einer Partnerschaft besteht. Im aktuellen Fall wären die Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs ein Ansatzpunkt, so Goldfuß.
Die Gründe für eine Städtepartnerschaft seien aber vielfältiger. So möchten die Städte von den gegenseitigen Problemlösungsstrategien profitieren, zum Beispiel bei der Beseitigung der Umweltverschmutzung oder dem Austausch von kulturellen Werten, wie es bei Jugend- und Studentenverbindungen praktiziert wird. Darüber hinaus laden Bürgerreisen ein, die Partnerstädte und -länder noch näher kennen zu lernen.
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Freitag, Juli 18, 2008
» Fein gemacht
By Norman at 1:46 PM
Tobias Kaufmann schreibt jeden Freitag im KStA eine Email. Diese sind in der Regel brav und zurückhaltend. Heute hat er es fein gemacht.
In der Welt wird unterdessen berichtet, daß es auch kritische Stimmen im Libanon gibt:
Die große Show zur Rückkehr eines Mörders
Der Triumph der Hisbollah ist offiziell ungetrübt von Kritik: Sämtliche wichtigen Politiker des Libanon haben die Rückkehr des Mörders Samir Kuntar bejubelt. Die Rückkehr des Mannes aus israelischer Gefangenschaft wird als riesiges Fest inszeniert. Doch in der Bevölkerung ist die Gewaltstrategie der Hisbollah durchaus umstritten.
Mittwoch, Juli 16, 2008
» Unterschied zwischen Humanität und Barbarei
By Norman at 7:37 PM
Bemerkenswert nüchtern kommentiert Malte Lehming den "Gefangenenaustausch" in Nahost im Berliner Tagesspiegel:
... Kein Wunder, dass die Hisbollah den Deal als glatten Sieg feiert. Wer in erster Linie in den Maßstäben orientalischer Basarmentalität denkt, kann eben nicht anders. Und wiegen die Jubelschreie der Islamisten nicht tatsächlich schwerer als die Tränen der Israelis? Nein, denn Israel hat heute einmal mehr den Unterschied zwischen Humanität und Barbarei demonstriert. Hier eine Gesellschaft, die bis an die Grenze des Erträglichen und Zumutbaren für jedes ihrer Glieder kämpft. Die zwei Leichname ihrer eigenen Bürger sind ihr wichtiger als Sühne und Gewaltprävention. Darin ist eine Botschaft nach Innen enthalten: Keiner von euch wird jemals im Stich gelassen, ob tot oder lebendig. Der Staat ist für euch da - und nicht nur ihr für ihn. Selbst das Prinzip, sich nicht erpressen zu lassen, wird dieser Maxime untergeordnet. Kein Terroranschlag hat mehr Wucht, als einem diese grandiose Ethik an Respekt abverlangt....
Streng und gerecht wird der Unterschied zwischen Zivilisation und Barabarei auf SoE von Claudio Casula herausgearbeitet:
... Bei allem Mitgefühl für die Hinterbliebenen von Eldad Regev und Ehud Goldwasser ? eines steht fest: Dieser Deal ist für Israel verheerend. Er wird Hisbollah und Hamas nur zu weiteren Geiselnahmen ermuntern und ihnen auch in Zukunft erlauben, die Verschleppten wann und wie es ihnen beliebt zu ermorden, schließlich zahlt Israel selbst für tote Soldaten einen hohen Preis.
Jedem muss klar sein, was der "Gefangenenaustausch" mit der Hisbollah für Gilad Shalit bedeutet.
So etwas wie Mitgefühl ist einer Gesellschaft, die den Tod mehr liebt als das Leben und ihre schmutzigen Kriege mit Vorsatz auf dem Rücken der eigenen Leute austrägt, natürlich fremd. Neben der Gewissheit der Familien Regev und Goldwasser über das Schicksal ihrer Söhne ist die eindrucksvolle Bestätigung der Niederträchtigkeit ihrer islamistischen Feinde das einzig Positive, was sich über den "Gefangenenaustausch", der keiner ist, sagen lässt.
Was lernen wir also aus diesem faulen Handel? Dass Israel gut daran täte, bei nächster sich bietender Gelegenheit die heute hämisch grinsende Fratze Nasrallahs in den Staub zu drücken ? und die seiner Horden gleich mit. Und in Gaza genauso verfahren muss, wenn Gilad Shalit etwas zustößt: den Augiasstall komplett ausmisten. In einer zivilisierten Welt ist für Barbaren wie Hisbollah und Hamas kein Platz. Eine Welt ohne Islamismus ? das wär´doch was.
Donnerstag, Mai 08, 2008
Dienstag, April 15, 2008
» Die Liebesgeschichte geht weiter
By Dialog at 8:52 AM
Der Freund und Wahlbeobachter aller Diktatoren dieser Erde müht sich erneut um den Frieden und mag sich nun mit der Hamas treffen. Ohne vorauseilen zu wollen, Norman Paech von der Linkspartei wird dieses geplante Treffen ausdrücklich begrüßen. Wetten wir?
Bei allen anderen stößt dieser neuerliche Klopfer (der naturgemäß keine Neuigkeit ist) auf Kritik.
Donnerstag, Januar 31, 2008
» Putz-Pütz-Putzig - hobbythek in Gaza
By Norman at 4:29 PM
Ulrike Putz-Pütz-Putzig berichtet im Spiegel von Bastelgruppen in Gaza. Es ist ein niedlicher Bericht, den Claudio Casula auf "Spirit of Entebbe" auseinandernimmt. PI nordet die Berichterstattung ein:
"Der moralische Tiefstand der Verherrlichung palästinensischer Mörderbanden trifft zufällig zusammen mit der Aufforderung des iranischen Präsidenten Ahmadinejad, der Westen möge die bevorstehende Vernichtung Israels endlich anerkennen. Auf der Achse des Guten berichtet David Harnasch:
In der südiranischen Hafenstadt Busher nahe dem geplanten Atomreaktor forderte er [Ahmadinejad], damit aufzuhören, ?die Zionisten zu unterstützen, da ihr Regime seine letzte Etappe erreicht? habe.
"Akzeptiert, dass das Leben der Zionisten früher oder später zu Ende gehen wird", erklärte Ahmadinejad in seiner im Fernsehen übertragenen Rede und fügte hinzu: "Was wir im Moment vor uns sehen, ist das letzte Kapitel [der israelischen Gewalttaten], dem die Palästinenser und die Staaten in der Region entgegentreten werden und das sie letztlich zugunsten Palästinas wenden werden."
Der iranische Präsident untermauerte seine Drohkulisse mit der Aussage, dass der Iran bei seinem Atomprogramm nun einen kritischen Punkt erreicht habe. "Es ist euer Fehler, wenn ihr denkt, dass die iranische Nation [vor dem Westen] zurückweichen wird. Wir bewegen uns auf den Gipfel des atomaren Weges zu."
(Haaretz, 30.01.08)
Man darf gespannt sein, wie Ulrike Putz die iranische Aufgabenstellung umsetzen wird. Demnächst im Spiegel: "Mit den Helden von Nadschaf unter Tage"? Oder doch lieber was Historisches? "Die einsame Wacht - eine Nacht mit SS-Mann Günter auf dem Wachturm"?'
Freitag, Januar 25, 2008
» Peinliche Ratschläge aus Brüssel
By Norman at 12:10 PM
Prinzipiell gilt, was israelische Minister hinter vorgehaltener Hand fordern: Wohnungsbauminister Zeev Boim nannte Nasrallah nach Angaben der Tageszeitung "Haaretz" eine "Kanalratte", die nie wieder das Tageslicht erblicken dürfe. Aus Brüssel kommen derweil gutgemeinte Ratschläge und Forderungen, die Israelis mögen auf die Aufhebung der Blockaden hinarbeiten. Diese Besserwisserei aus Brüssel kommentiert die FTD und dezidiert CHRISTIAN ORTNER: ... Obwohl Israel täglich vom Gaza-Streifen aus mit Raketen beschossen wird, forderte Ferrero die Israelis auf, die Grenze zu diesem von der Terrororganisation Hamas kontrollierten Gebiet zu öffnen, weil nur "eine politische Lösung" die Palästinenser friedfertig stimmen würde.
Indem die "Financial Times" diese Äußerung "hoffnungslos naiv" nannte, zeigte sich das Blatt noch höflich der Kommissarin gegenüber. Denn Israel zu empfehlen, einfach reaktionslos hinzunehmen, dass Kassam-Raketen ununterbrochen auf israelische Kindergärten, Krankenhäuser und Wohnsiedlungen abgeschossen werden, bis irgendwann irgendein Friedensvertrag zustande kommt, ist eher zynisch denn bloß "hoffnungslos naiv". (Gerade weil Frau Ferrero-Waldner eine an sich höchst sachkundige Fachfrau ist, die ihren Job im Großen und Ganzen ordentlich erledigt, kann sie kaum Naivität als Begründung für diese Fehlleistung ins Treffen führen.) Selbst Ägypten öffnete seine Grenze zu Gaza erst, nachdem Palästinenser diese gewaltsam überwanden.
Nicht besser wird diese europäische Fehlleistung übrigens dadurch, dass Ferrero-Waldner Israels Regierung zwar darüber belehrte, wie das ? zweifellos vorhandene ? Leid der Palästinenser zu mildern sei, sich jedoch bedauerlicherweise nicht weiter darüber ausließ, wie Israel zumindest die von diesen Palästinensern permanent ausgehende terroristische Gefahr für Leib und Leben seiner Staatsbürger irgendwie mindern könnte...
Donnerstag, Januar 24, 2008
» Die Hamas und das Stockholm-Syndrom
By Dialog at 6:59 PM
... Gaza und die internationale Bühne sind von einer Art Stockholm-Syndrom ergriffen. Die Hamas-Regierung hält die eigene Bevölkerung als Geisel - und erntet Verständnis, gar Sympathie. Sie hat es in der Hand, den entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit freizulassen und die Angriffe auf Israel einzustellen. Da sie es nicht tut, trägt die Hamas die Verantwortung für die Folgen... schreibt TOBIAS KAUFMANN im Kölner Stadtanzeiger.
Auch Ulrich Sahm kommentiert "Das große Hamas-Theater":
Montag, Januar 14, 2008
» Barenboim bekommt Arafat-Ehren-Windel
By Dialog at 11:58 AM
Wie immer, wenn Kulturschaffende sich zu politischen Themen melden, endet es im Absurden. Barenboim bekommt die "Ehrenstaatsbürgerschaft" eines Landes, das es noch gar nicht gibt. Von uns bekommt er dafür die Arafat-Ehren-Windel. Spannend ist die Diskussion auf den Seiten der Haaretz: Israeli pianist Daniel Barenboim takes Palestinian citizenship
Mittwoch, November 07, 2007
» Sie, Frau Bundeskanzlerin, brechen mit dieser infamen und infantilen Äquidistanz
By Dialog at 11:31 AM
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrates ausgezeichnet worden. Warum Angela Merkel eine würdige Preisträgerin ist, hat Wolf Biermann in seiner Laudatio klargestellt:
Hier, unter uns, in der paradoxen Intimität der Öffentlichkeit, lassen Sie mich in meiner Lobrede ungeniert Tacheles reden. Ich bin als Laudator heute eigentlich im Wortsinn gar kein Lobredner, sondern fast schon ein Bittsteller, bin für die lebenden und die toten Juden der Überbringer und Dolmetzsch einer Petition.
Als einzigen Juden unter den bisherigen Leo-Baeck-Preisträgern entdeckte ich den Schriftsteller Ralph Giordano, meinen versöhnungssüchtigen, aber dennoch streitbaren Freund, der grade in Köln gegen den Bau einer riesigen Moschee anreitet, wie einst Don Quichotte von La Mancha gegen eine Windmühle, die er für einen Riesen hielt. Wenn ich mir die lange Liste der Preisträger anschaue, dann lese ich fast ausschließlich die Namen von höchst einflussreichen Politikern in Deutschland.
Warum hassen so viele Europäer dermaßen maßlos die Juden? Warum halten sie das bedrohte Israel, die einzige Demokratie in der arabischen Region, für den gefährlichsten Kriegstreiber in der Welt? Und woher kommt dieser hysterische Hass gegen die USA? Ich wüsste gern, verehrte Angela Merkel, Ihre Meinung.
Eine mögliche Antwort: Die Deutschen haben zwei verbrecherische Kriege vom Zaun gerissen und verloren, also ziehen sie daraus die dummschlaue Lehre: Pfoten weg! Ich kriegsgebranntes Kommunisten- und Judenkind war immer für den Frieden, konnte aber niemals ein Pazifist sein. Also hat es mein Herz gefreut, als ich las, was Sie zu diesem heiklen Thema öffentlich äußern: "Ein Blick zurück in unsere eigene Geschichte mahnt dazu, den Frieden als wertvolles Gut zu erhalten und alles zu tun, um kriegerische Auseinandersetzungen zu vermeiden. (...) Ein Blick in die gleiche Geschichte mahnt aber auch, dass ein falsch verstandener, radikaler Pazifismus ins Verhängnis führen kann und der Einsatz von Gewalt ? trotz des damit einhergehenden Leides ? in letzter Konsequenz unausweichlich sein kann, um noch größeres Übel zu verhindern.
Wer den Nahen Osten kennt, der weiß: Wenn die Araber endlich ihre Waffen niederlegen, wird es dort keinen Krieg mehr geben. Wenn aber Israel die Waffen niederlegt, wird es kein Israel mehr geben.
Ja, dieser Leo Baeck war der Typ eines national gesinnten Patrioten. Von meinem Freund, dem Historiker des jüdischen Widerstandes in der Nazizeit, von Professor Arno Lustiger in Frankfurt am Main, weiß ich, dass Leo Baeck freiwillig in den Ersten Weltkrieg zog. Als Frontrabbiner ritt er furchtlos bis zu den vordersten Schützengräben und betreute seelsorgerisch das jüdische Kanonenfutter: deutsche Soldaten, die dort für Kaiser und Vaterland in den sinnlosen Tod gingen. Es wird vom Namenspatron des Preises, der Ihnen heute übergeben wird, berichtet, dass er in letzter Minute vor seinem Abtransport ins KZ, als auch er 1943 die Schlüssel seiner Wohnung und eine vollständige Liste mit dem Inventar an Büchern, Möbeln, Geschirr, Wertsachen und Sparbücher und Bargeld hatte abgeben müssen, noch schnell vorher seine letzte Gasrechnung bezahlt hat.
Ergänzend dazu die Vorlesung an der Universität Haifa "Deutschland verrät Israel", veröffentlicht in der ZEIT
Donnerstag, Oktober 25, 2007
» Sarkozy bekennt sich zu Israel
By Dialog at 11:11 AM
Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat bei seinen Gesprächen mit Israels Ministerpräsident Ehud Olmert in Paris seine tiefe Verbundenheit mit Israel zum Ausdruck gebracht. Die Gründung des Staates bezeichnete er als das "bedeutendste Ereignis des 20. Jahrhunderts", wobei er betonte: "Man sagt, dass ich Israel unterstütze, weil mein Großvater jüdisch war, doch ist dies keine persönliche Angelegenheit. Israel steht für Vielfalt und Demokratie im Nahen Osten. Es ist ein Wunder, dass aus den Überresten des zerstreuten jüdischen Volkes solch ein Staat entstanden ist."Olmert und Sarkozy berieten sich vor allem in der Angelegenheit des iranischen Atomprogramms. Beide stimmten darin überein, dass sowohl der UN-Sicherheitsrat als auch die Europäische Union schärfere Sanktionen gegen den Iran einleiten müssten. Olmert teilte im Anschluss an die Gespräche mit, dass er hinsichtlich der Iran-Frage keine Aussagen hätte hören können, die seinen Erwartungen mehr entsprochen hätten.
Auch beim Thema der israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen nahm Sarkozy einen klaren Standpunkt ein. So bezeichnete er es als unvernünftig, wenn die Palästinenser gleichzeitig einen unabhängigen Staat und die Rückkehr der Flüchtlinge nach Israel fordern würden. Grundsätzlich unterstrich er: "Israel Sicherheit ist eine klare rote Linie, die nicht zur Debatte steht. Das ist eine unantastbare Bedingung, die wir nie aufgeben werden."
Montag, Oktober 08, 2007
» Ahmadinedingsbums fordert Referendum zum Transfer Israels
By Norman at 8:47 PM
Der iranische Staatspräsident hat anlässlich des weltweit von Muslimen begangenen Al-Quds-Tages dazu aufgerufen, in "Palästina" ein Referendum darüber abzuhalten, "ob Israel nach Kanada, Alaska oder Europa transferiert" werden soll. Daran sollten Muslime, Christen und Juden teilnehmen.
Ahmadinejad variiert damit einen früheren Vorschlag hinsichtlich der Umsiedlung von Israels Juden nach Europa. Warum er nun stattdessen Kanada und Alaska empfiehlt, erklärte er bei seiner Rede in Teheran wie folgt: "Die europäischen Staaten können die Anwesenheit eines zionistischen Regimes nicht ertragen, und deswegen wollen sie dieses weiterhin den Staaten des Nahen Ostens aufdrängen." Dabei schloss der iranische Staatspräsident mit der Bemerkung: "Das zionistische Regime, das brutale Vorgehen der Zionisten und die unbegrenzte Unterstützung, die sie von amerikanischer Seite erfahren, sind eine Beleidigung für die menschliche Würde."
(Yediotha Ahronot, 07.10.07) Kleine Ergänzung: Jedi'ot Acharonot ist eine große hebräisch-sprachige Tageszeitung in Israel. Ein Chefredakteur der Zeitung war bis 1948 der aus Leipzig stammende Journalist Azriel Carlebach (1909-1956), der im selben Jahr die Zeitung Maariw gründete.
Nachtrag mit guten Nachrichten
Unterdessen berichten mehrere Agenturen, daß es an der Teheraner Universität zu Rangeleien gekommen sein soll. Man darf sich natürlich fragen, warum (akademische) Lehranstalten eine Anziehungskraft auf Ahmadinedingsbums ausüben. Die Nachrichten geben dennoch Anlass zur Hoffnung, weil bislang davon auszugehen war, daß sich neben keinen Homosexuellen auch keine Akademiker im Iran befinden. So berichtet derStandard:
... "Tod dem Diktator" riefen über hundert regierungskritische Studenten. Die Demonstranten lieferten sich ein Handgemenge mit Anhängern Ahmadinejads, die "Danke, Präsident" riefen. Die Polizei war vor den Toren der Universität postiert und betrat den Campus nicht.
Der Protest ging zu Ende, nachdem der Wagen Ahmadinejads das Gelände verlassen hatte. Die Behörden hatten vor Beginn der Veranstaltung die Ausweise von allen Studenten kontrolliert und nur ausgewählte Personen in den Saal vorgelassen. Den Demonstranten gelang es aber trotzdem, die Rede Ahmadinejads zu hören.
Ahmadinejad ging in seiner Rede auch auf seinen Auftritt an der Columbia-Universität in New York Ende September ein, wo er sich harsche Kritik anhören musste und vom Rektor als "engstirniger und grausamer Diktator" bezeichnet wurde. Dieser "sorgfältig inszenierte Zwischenfall" habe darauf abgezielt, das Ansehen der iranischen Nation zu schädigen, meinte der Präsident. Er fügte hinzu, die "materielle Welt und der Materialismus" seien an ihr Ende gelangt.
Studenten berichten, dass einige Kritiker gefangen genommen oder von Seminaren an der Universität ausgeschlossen wurden. Einige Hochschüler verlangten am Montag die Freilassung von Kommilitonen. Die Ahmadinejad-Anhänger forderten ihrerseits Regierungskritiker auf, die Universität zu verlassen....
Mittwoch, September 26, 2007
» Sukkot - das Laubhüttenfest
By Dialog at 3:02 PM
Viele traditioneller orientierte Israelis errichten noch heute Hütten aus Palm- Myrten und Weidenzweigen, in denen sie sich die Woche über aufhalten und vor allem die Mahlzeiten einnehmen. Während der sechs Halbfeiertage der Sukkot-Woche ist schulfrei, und zahlreiche Geschäfte und Einrichtungen sind halbtags oder gänzlich geschlossen. Zahlreiche Menschen nutzen die Tage zu einem Kurzurlaub inner- oder außerhalb Israels.
Freitag, September 21, 2007
» Warum die Europäer Israel hassen
By Dialog at 9:54 AM
Im Tagesspiegel fasst David Harris in 10 Punkten zusammen, warum die Europäer ein Problem mit Israel haben. Die 10 Punkte könnten durchaus noch um weitere Punkte ergänzt werden.
Von David Harris
Auch auf die Gefahr hin, zu verallgemeinern: Europäer haben ein Problem mit Israel. Als jemand, der Europa häufig bereist, frage ich mich, warum dies so ist, insbesondere im Gegensatz zu den USA, wo die Unterstützung für Israel viel tiefer in der öffentlichen Meinung verwurzelt ist. Hier sind zehn Gründe.
Erstens: Realpolitik. Viele Europäer können den Verlockungen der arabischen Welt nicht widerstehen. Ihre riesigen Märkte, die Energieressourcen und das Gewicht in multinationalen Institutionen übertrumpfen alles, was Israel zu bieten hat. Zudem ist man zunehmend darüber besorgt, die wachsenden muslimischen Gemeinden in Europa zu entfremden.
Zweitens: Antiamerikanismus. Zwar hat sich in einigen Regierungen ein Wandel in der Haltung gegenüber Washington vollzogen, doch in der öffentlichen Meinung lautet die gängige Logik: Wir mögen Amerika (oder George Bush) nicht. Amerika unterstützt Israel. Daher mögen wir Israel nicht.
Drittens: koloniale Schuld. Europäer waren die weltweit führenden Kolonialmächte. Zur Wiedergutmachung übertragen sie ihr Mitgefühl auf die Palästinenser als "kolonisiertes Volk", während Israel als moderne "Kolonialmacht? gilt.
Viertens: der Holocaust. Um der unerträglichen Last zu entkommen, schreiben einige Europäer Israel Attribute des "Dritten Reichs" zu, ganz gleich wie absurd der Gedanke erscheint. So wird argumentiert, dass Juden in Machtpositionen "nicht besser" seien als Nazis und ihnen daher moralische Forderungen gegenüber Europa nicht unbegrenzt zustünden.
Fünftens: Postnationalismus. Europas Selbstbild basiert auf einer postnationalen Gesellschaft, in der Grenzen zunehmend verschwinden und eine neue regionale Identität entstanden ist. Israel wird als Bastion des Nationalismus und somit als Artefakt aus einer früheren Zeit betrachtet.
Sechstens: Säkularismus. Europa wähnt sich in einer postreligiösen Ära, in der Religion nicht mehr die öffentliche Sphäre beherrscht. Mit seinem Selbstbild als jüdischer Staat wird Israel als veraltet angesehen.
Siebtens: Soft Power. Aufgrund ihrer eigenen kriegerischen Geschichte haben sich Europäer nach 1945 bei der Lösung von Konflikten vorzugsweise für den Dialog entschieden. Viele ihrer Streitkräfte besitzen ein begrenztes Leistungsvermögen. Israel, das scheinbar nur auf Hard Power setzt, wird kritisiert. Das Problem ist, dass Israel nicht zwischen Schweden und Finnland, sondern zwischen Syrien und dem hamasdominierten Gazastreifen liegt.
Achtens: Menschenrechtsgesetze. Europäer kritisieren, dass Israel das seit 1945 bestehende Völkerrecht nicht respektiert ? leichter gesagt als getan im Nahen Osten, wo Israels Überleben in der Schwebe ist und es keine einfache Bekämpfung eines Feindes gibt, der sich hinter Zivilisten versteckt und Selbstmordattentate nutzt.
Neuntens: Extremismus. Oft wird die Präsenz links- und rechtsextremistischer Parteien in der europäischen Politik übersehen. Politisch weit rechts stehende Parteien verachten Juden und den jüdischen Staat, während weit links stehende Parteien Israel kritisch durch eine "imperialistische" Linse sehen. Insbesondere die extreme Linke besitzt in akademischen und gewerkschaftlichen Kreisen einigen Einfluss.
Zehntens: die Medien. Man muss nicht paranoid sein, um die fehlende Objektivität in der Berichterstattung zu arabisch-israelischen Themen zu erkennen (siehe zum Beispiel "Israel in the European Media: A Case Study, 2000-1" unter www.ajc.org). Betrachten Sie etwa, wie schnell viele Medien bereit waren, unwahre Beschuldigungen über israelisches Verhalten im angeblichen Massaker von Dschenin zu verbreiten.
Das problematische Image Israels unter Europäern zu bekämpfen ist eine Herausforderung. Man benötigt kulturelle Sensibilität, ein diplomatisches Ohr und auch Hartnäckigkeit. Europa ist entscheidend für Israels Zukunft, und ich möchte gerne glauben, dass Israel genauso wichtig für Europa ist.
Der Autor ist Direktor des American Jewish Committee.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 20.09.2007)
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