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Montag, Januar 11, 2010
» Ende der Meinungspluralität
By Dialog at 5:47 PM
Meinungsvielfalt und Qualitätsjournalismus sind bedroht. Aber es wächst eine Generation Arschgeweih, die das überhaupt nicht interessiert. bemerkt Hasso Mansfeld in der FR
Donnerstag, Dezember 10, 2009
» Evangelische Unternehmer feiern ihre theologischen Berater
By Dialog at 7:19 PM
Einführungsgottesdienst für theologische Berater im Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU).
Der AEU Köln-Bonn-Leverkusen feiert am Sonntag, den 20.12.2009 um 14.00 Uhr in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln seine neuen theologischen Berater Pfarrerin Prof. Dr. Kerstin Lammer und Pfarrer Wolfgang Jacobs mit einem Einführungsgottesdienst-
Köln - Das erste Mal feiert die regionale Arbeitsgruppe Köln - Bonn - Leverkusen die Benennung ihrer theologischen Berater mit einem Gottesdienst. Die theologischen Berater innerhalb des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer (AEU) sind Seelsorger und rüsten die AEU-Mitglieder für ihr tägliches Wirken in der freien Wirtschaft.
Erstmals kooperieren zu diesem Gottesdienst derArbeitskreis Evangelischer Unternehmer und die Diakonie Michaelshoven. Das Mitglied des Sprecherkreises, Herr Jörg J. Schmitz, Geschäftsführer der Seniorendienste Michaelshoven gGmbH, initiierte die Zusammenarbeit: „Die Diakonie Michaelshoven muß als größter Arbeitgeber mit protestantischem Profil in der Region auch in der Kölner Innenstadt wahrnehmbar sein. Die Antoniterkirche in zentraler Lage und die gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem AEU sind ein willkommener Anlass.“
Im Anschluss an den Gottesdienst wird zu Kaffee und Gebäck eingeladen. Hier unterstützt das ebenfalls zur Diakonie Michaelshoven gehörende Beschäftigungsprojekt für Frauen „opti:Mahl“ aus Porz-Finkenberg die Veranstaltung.
Für den Sprecher der regionalen Arbeitsgruppe, den Personalberater Norman Krayer, ist die öffentliche Einführung der Nachfolger von Dr. Bertold Höcker auch ein Zeichen für ein wachsendes Selbstbewusstsein von evangelischen Unternehmern in Köln: "Ohne Dr. Bertold Höcker wären Veranstaltungen dieser Art kaum denkbar. Höcker brach mit überholten Paradigmen innerhalb der Kirche und schaffte Raum für offenen und fairen Dialog. Am vierten Advent feiern wir nicht nur die Protagonisten, sondern auch diesen neuen und frischen Wind."
Dr. Bertold Höcker war bis September 2009 Citypfarrer in Köln. Seit Oktober ist er Superintendent im Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte.
Kurzprofil:
Der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland ist ein Zusammenschluss von evangelischen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Führungskräften mit unternehmerischen Aufgaben. Wir sind Menschen, die durch ihren evangelischen Glauben miteinander verbunden sind. Als Glieder unserer Kirche sehen wir uns in der Verantwortung für die Gesellschaft, in der wir leben und arbeiten. Wir wollen unserer Kirche Kenntnis über wirtschaftliche Zusammenhänge vermitteln und auch Verständnis für unternehmerische Entscheidungen wecken. Informationen stehen im Internet unter www.aeu-online.de bereit. Fragen zur regionalen Arbeitsgruppe des AEU in Köln-Bonn-Leverkusen beantwortet Norman R. Krayer (Sprecher der regionalen Arbeitsgruppe) unter Telefon 02263-801935 oder per e-mail unter krayer(at)suademus.de.
Die Diakonie Michaelshoven e. V. ist der größte diakonische Träger im Kölner Raum. Mehr als 1.500 Mitarbeiter betreuen 3.500 Menschen in unterschiedlichsten Einrichtungen der klassischen Arbeitsfelder der Diakonie. Die Diakonie Michaelshoven hilft Menschen in Köln und im Rheinland persönlich, kompetent und in christlicher Nächstenliebe. Seit über 50 Jahren. Ob zum Beispiel Kindern, die vorübergehend
nicht in ihren Familien leben können, Menschen mit besonders großen sozialen Problemen, Menschen mit Demenz oder mit Behinderung. Immer gemäß dem Leitsatz „Mit Menschen Perspektiven schaffen“. Um diese Hilfe dauerhaft zu sichern, hat die Diakonie Michaelshoven jetzt ihre Stiftung einfach helfen ins Leben gerufen. Bitte unterstützen Sie diese Anliegen mit einer Zuwendung: Spendenkonto 111 333 - KD-Bank BLZ 350 601 90. Ihre Fragen beantworten Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter Tel.: 0221-350940. Informationen finden Sie auch im Internet unter www.diakonie-michaelshoven.de
Dienstag, Dezember 01, 2009
» Einführungsgottesdienst am Sonntag, den 20.12.2009 um 14.00 Uhr in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, Köln
By Dialog at 4:40 PM
Das erste Mal feiert die regionale Arbeitsgruppe Köln – Bonn – Leverkusen die Benennung ihrer theologischen Berater mit einem Gottesdienst. Die theologischen Berater innerhalb des AEU sind Seelsorger und rüsten die AEU-Mitglieder für ihr tägliches Wirken in der freien Wirtschaft.
Wir laden Sie sehr herzlich ein zum Gottesdienst – am Vierten Advent - zur Verabschiedung von Superintendent Dr. Bertold Höcker und zur Einführung von Pfarrerin Prof. Dr. Kerstin Lammer und Pfarrer Wolfgang Jacobs als neue Theologische Berater der regionalen Arbeitsgruppe des AEU in Köln-Bonn-Leverkusen.
Wir freuen uns, Sie am Sonntag, den 20.12.2009 um 14.00 Uhr in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln, begrüßen zu dürfen.
Die Gottesdienstleitung: hat Landespfarrer Peter Mörbel von der Evangelischen Akademie im Rheinland.
Erstmals kooperieren zu diesem Gottesdienst der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer und die Diakonie Michaelshoven. Das Mitglied des Sprecherkreises, Herr Jörg J.- Schmitz, Geschäftsführer der Seniorendienste Michaelshoven gGmbH, initiierte die Zusammenarbeit: „Die Diakonie Michaelshoven muß als größter Arbeitgeber mit protestantischem Profil in der Region auch in der Kölner Innenstadt wahrnehmbar sein. Die Antoniterkirche in zentraler Lage und die gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem AEU sind ein willkommener Anlass.“
Im Anschluss an den Gottesdienst wird zu Kaffee und Gebäck eingeladen. Hier unterstützt das ebenfalls zur Diakonie Michaelshoven gehörende Beschäftigungsprojekt für Frauen „opti:Mahl“ aus Porz-Finkenberg die Veranstaltung.
Der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland ist ein Zusammenschluss von evangelischen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Führungskräften mit unternehmerischen Aufgaben. Wir sind Menschen, die durch ihren evangelischen Glauben miteinander verbunden sind. Als Glieder unserer Kirche sehen wir uns in der Verantwortung für die Gesellschaft, in der wir leben und arbeiten. Wir wollen unserer Kirche Kenntnis über wirtschaftliche Zusammenhänge vermitteln und auch Verständnis für unternehmerische Entscheidungen wecken. Informationen stehen im Internet unter www.aeu-online.de bereit. Fragen zur regionalen Arbeitsgruppe des AEU in Köln-Bonn-Leverkusen beantwortet Norman R. Krayer unter Telefon 02263-801935 oder per e-mail unter krayer@suademus.de.
Die Diakonie Michaelshoven e. V. ist der größte diakonische Träger im Kölner Raum. Mehr als 1.500 Mitarbeiter betreuen 3.500 Menschen in unterschiedlichsten Einrichtungen der klassischen Arbeitsfelder der Diakonie. Die Diakonie Michaelshoven hilft Menschen in Köln und im Rheinland persönlich, kompetent und in christlicher Nächstenliebe. Seit über 50 Jahren. Ob zum Beispiel Kindern, die vorübergehend nicht in ihren Familien leben können, Menschen mit besonders großen sozialen Problemen, Menschen mit Demenz oder mit Behinderung. Immer gemäß dem Leitsatz „Mit Menschen Perspektiven schaffen“. Um diese Hilfe dauerhaft zu sichern, hat die Diakonie Michaelshoven jetzt ihre Stiftung einfach helfen ins Leben gerufen. Bitte unterstützen Sie diese Anliegen mit einer Zuwendung: Spendenkonto 111 333 - KD-Bank BLZ 350 601 90. Ihre Fragen beantworten Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter Tel.: 0221-350940. Informationen finden Sie auch im Internet unter www.diakonie-michaelshoven.de
Einführungsgottesdienst am Sonntag, den 20.12.2009 um 14.00 Uhr in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln
suademus, Krayer & Reudenbach ist eine Personalberatung, die sich auf das Gesundheitswesen (also Kliniken, Krankenhäuser und andere Einrichtungen), die Medizintechnik (also Hersteller und Vertriebsorganisationen von Medizintechnik und Medizinsystemen) und die pharmazeutische Industrie (forschende Arzneimittelhersteller) spezialisiert hat.
Samstag, September 26, 2009
» Welchen Wert haben Werte? - Ein Diskurs über Ursachen und Lehren der Finanzmarktkrise
By Dialog at 11:29 AM
Terminhinweis:
Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, und Markus Sievers, Geschäftsführender Gesellschafter der apano GmbH, einem der größten Anbieter von Hedgefonds in Deutschland, diskutieren Ursachen und Lehren aus der Finanzmarktkrise.
am Montag, den 12. Oktober 2009, um 19.30 Uhr
in der Johanneskirche Düsseldorf
Martin-Luther-Platz 39, 40212 Düsseldorf
Zu einem Dialog zu globalen Entwicklungen in der Finanzwirtschaft laden ein:
Johanneskirche - Stadtkirche - Kirche in der City in Düsseldorf
- Pfarrer Dr. Uwe Vetter
- Pfarrer Hans Lücke
Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer
- Nils B. Krog (regionale Arbeitsgruppe des AEU in Düsseldorf)
- Norman R. Krayer (regionale Arbeitsgruppe des AEU in Köln-Bonn-Leverkusen)
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland ist ein Zusammenschluss von evangelischen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Führungskräften mit unternehmerischen Aufgaben. Wir sind Menschen, die durch ihren evangelischen Glauben miteinander verbunden sind. Als Glieder unserer Kirche sehen wir uns in der Verantwortung für die Gesellschaft, in der wir leben und arbeiten. Wir wollen unserer Kirche Kenntnis über wirtschaftliche Zusammenhänge vermitteln und auch Verständnis für unternehmerische Entscheidungen wecken. Informationen stehen im Internet unter www.aeu-online.de bereit. Fragen zur regionalen Arbeitsgruppe des AEU in Köln-Bonn-Leverkusen beantwortet Norman R. Krayer unter Telefon 02263-801935. Ein Kontakt zur Regionalgruppe Düsseldorf ist über Nils B. Krog unter Telefon 0208-309-2018 möglich.
Die evangelische Johanneskirche ist eine offene Citykirche. Ihr Angebot und ihre regelmäßigen Öffnungszeiten richten sich an Menschen, die in der Stadt unterwegs sind und gerne mal wieder eine Kirche betreten möchten, seien es Neugierige, Interessierte, spirituelle Wanderer oder religiöse Menschen auf der Suche nach einem ruhigen Platz im städtischen Treiben, wo sie sich Gott ein kleines Stückchen näher fühlen können. Kirche in der City ist ein Projekt an exponierter Stelle, mitten in der Stadt. In der Johanneskirche werden Angebote für Passanten und religiös Suchende gemacht. Neue Gottesdienstformen wie der Evensong, Sunday Special sowie Bibelkurse in einer modernen Form bieten auch kirchenfernen und neugierigen Menschen, die auf der Suche nach eigenen Formen gelebter Spiritualität sind, die Möglichkeit, neue und eigene Erfahrungen zu machen. Die Johanneskirche möchte offen und einladend sein. Interessierte haben hier die Gelegenheit Formen städtischer Religiosität miteinander zu entwickeln. Die Johanneskirche soll eine neue Beheimatung in der Kirche bieten: von der »Kirche der Gelegenheit, die sich durch ein Café und offenes Gesprächsangebot an Passanten wendet, bis hin zu einer »Stadtgemeinde«, die da entsteht, wo sich ein fester Kern zu bilden beginnt.
Dienstag, März 24, 2009
» Gier hat die Finanzkrise nicht ausgelöst
By Dialog at 11:51 AM
In einem bemrekenswerten Interview zu Tagesfragen offenbart sich Richard Schröder gegenüber Daniel Friedrich Sturm in der Welt:
Kein Grund zu Revolution: Der Philosoph und DDR-Bürgerrechtler Richard Schröder ist sich sicher ? der Staat ist nicht der bessere Banker. Auf WELT ONLINE spricht er über die Vorzüge des Kapitalismus, die plumpe Kritik an der Gier und den gefährlichen Populismus der Linken.
WELT ONLINE: Wir befinden uns in einer schweren Wirtschaftskrise. Was sind die Ursachen der Krise?
Richard Schröder: Wir haben einen Mangel an internationalen Regeln. Außerdem hat lange ein Zeitgeist geweht, in dem mancher sagte: Je weniger Regeln, desto besser. Das war falsch. Wir haben bereits auf nationaler Ebene erlebt, dass es Regeln bedarf, bis der Kapitalismus eine Wohltat wird.
Das Streikrecht etwa musste durchgesetzt werden. Der Staat also musste regulieren, um ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Kapital herzustellen. Auf internationaler Bühne ist das viel schwieriger, weil die Staaten ungern Souveränität abgeben.
WELT ONLINE: Zuweilen wird die Krise mit der Gier von Managern erklärt. Wie kommt es zu diesem Erklärungsmuster?
Schröder: Wenn Menschen nicht erklären können, was Menschen geschehen lassen, neigen sie zu Sündenbocktheorien. "Gier" aber hat diese Wirtschaftskrise nicht verursacht. Oder wie will man erklären, dass vor fünf Jahren plötzlich die "Gier" ausgebrochen sein soll?
Ein bestimmter Anteil von Menschen ist doch immer darauf aus, reich zu werden. Das sieht man an den Lottoschaltern. Will man jetzt die Krise bekämpfen, indem man appelliert: Seid nicht so gierig ? spielt nicht mehr Lotto?
Sonntag, März 22, 2009
» Wirtschaft und Werte. Eine Disputation über unternehmerisches Handeln und evangelischen Glauben
By Dialog at 7:52 PM
Wirtschaft und Werte. Eine Disputation über unternehmerisches Handeln und evangelischen Glauben
Mit Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), und Professor Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW) Köln
Dienstag, 24. März 2009 um 18:30 Uhr
Antoniterkirche, Schildergasse 57
Veranstalter:
Evangelische Akademie im Rheinland
Peter Mörbel, Landespfarrer
Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer e.V.
Regionalgruppe Köln-Bonn-Leverkusen
Dr. Waldemar Abel
Jörg Schmitz
Norman Krayer
Dr. Bertold Höcker. Citypfarrer
Martin Weiler, Presbyter
Die Unternehmerdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat den Titel "Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive" und ist im Buchhandel erhältlich. Sie steht aber auch kostenlos zum Dowload auf den Seiten der EKD bereit: www.ekd.de/download/ekd_unternehmer.pdf
Die Evangelische Akademie im Rheinland ist das gesellschafts- und kulturpolitische Diskussionsforum und zugleich einer der "Think tanks" der Evangelischen Kirche im Rheinland. Der Akademie-Fachbereich Wirtschaft-Arbeitswelt-Sozialer Wandel bietet im Nachgang zu unserer heutigen Zusammenkunft eine Tagung unter dem Titel ?Wirtschaftsfaktor Vertrauen - Über die Alltagstauglichkeit der EKD-Denkschrift zu unternehmerischem Handeln? an. Die Veranstaltung findet vom 24. bis 25.04.2009 in Bonn / Bad Godesberg statt.Weitere Informationen zum Akademieprogramm sowie das elektronische Anmeldeformular für die Tagung www.ev-akademie-rheinland.de. Telefonische Auskunft über 0228-9523-202 oder -203.
Der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer in Deutschland (AEU) ist ein Zusammenschluß von evangelischen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Führungskräften mit unternehmerischen Aufgaben. Wir sind Menschen, die durch ihren evangelischen Glauben miteinander verbunden sind. Als Glieder unserer Kirche sehen wir uns in der Verantwortung für die Gesellschaft, in der wir leben und arbeiten.
Wir wollen unserer Kirche Kenntnis über wirtschaftliche Zusammenhänge vermitteln und auch Verständnis für unternehmerische Entscheidungen wecken. Informationen stehen im Internet unter www.aeu-online.de bereit. Fragen zur regionalen Arbeitsgruppe des AEU in Köln-Bonn-Leverkusen beantwortet Norman Krayer unter Telefon 02263-801935 oder per e-mail unter krayer@suademus.de.
Die Antoniterkirche auf der Kölner Schildergasse
Die spätgotische Antoniterkirche wird 1805 das erste evangelische Gotteshaus. Das frühe evangelische Gemeindeleben in Köln nahm von hieraus seinen Beginn. Die Chorfenster des frühen 16. Jahrhunderts mit einer Kreuzigungsdarstellung und der Abguss des von Ernst Barlach geschaffenen Schwebenden, auch Barlach-Engel genannt, zählen zu den herausragenden Ausstattungsstücken.
Die Citykirchenarbeit an der Antoniterkirche ist hier mit ihren Einrichtungen (Evangelische Informationsstelle Köln, Kircheneintrittsstelle, Café Stanton) in der Stadt evangelisch präsent. Vielfältige Gottesdienste und zahlreiche Veranstaltungen laden in den Kirchenraum und angrenzenden CityPavillon ein. Unsere Angebote finden Sie unter http://www.antonitercitykirche.de
Freitag, Januar 16, 2009
» Die unkritische Haltung der Deutschen zu Putin
By Norman at 9:46 AM
verwundert manchen ausländischen Kommentator. Während die deutschen Facebook-User den russischen Freunden mit ihrer Putin-Propaganda auf den Leim gehen, importiert Deutschland russischen Filz, Korporativismus und Antiamerikanismus. Über die merkwürdige Russlandliebe ist EDWARD LUCAS vom Standpoint-Magazine verwundert:
Germany's relationship with Vladimir Putin's Russia is the most puzzling and troubling feature of modern European politics. Not only is Germany Russia's biggest trading partner, it is also her biggest ally. It is Germany that has derailed Nato expansion. Germany reversed the EU's initially tough line on Russia after the invasion of Georgia. Germany prevents the Council of Europe scrutinising Russia's flawed elections. Germany forces the European Bank for Reconstruction and Development to channel money to companies run by Kremlin cronies. Germany keeps Europe's energy market rigged in favour of Russian gas imports. ...
***
The problem is that the semi-colonial relationship that Germany seems to want with Russia is in fact a two-way street. As other imperial countries know well, you may start off exporting your values and outlook, but you end up importing theirs. German business was already surprisingly corrupt even before the great push eastwards that followed the collapse of communism. Dealing with Russia has accentuated that. Germany's commitment to the Atlantic alliance was looking wobbly from the 1980s onwards; now it is frayed and rotten. Rather than exporting German virtues to Russia, the danger now is that Germans are importing Russian sleaze, corporatism and anti-Americanism.
Dienstag, September 30, 2008
» Verwerfungen
By Dialog at 7:08 PM
Roland Tichy über die Absurditäten der Finanzkrise:
....Was gestern noch Panik war, gilt heute als vernünftige Vorsicht. Das System, auf Vertrauen gebaut, klappt nicht mehr, weil keiner mehr dem anderen vertrauen darf. Es wird zur Katastrophe ausarten, wenn die Bürger den eigentlichen Ernst der Lage in seiner Tragweite begreifen: Dass nämlich nichts mehr sicher ist. Dass die Einlagensicherungssysteme gute Regenschirme für Nieselregen sind, aber nicht gegen Hurrikans helfen. Noch ist es zu keinem Massenansturm auf die Bankschalter gekommen. Noch vertrauen die Bürger den Banken, die sich gegenseitig nur misstrauen. Das stabilisiert das System ? vorerst.
Der Finanzhurrikan aber ist längst über den großen Teich bis Europa vorgedrungen. Daher war es ein Fehler der Bundesregierung, sich der Zusammenarbeit mit den USA zu entziehen. Das deutsche Finanzsystem ist nicht sicherer, sondern hat noch mehr Fehler eingebaut: In den USA sind die Investmentbanken krepiert, weil sie keine Spargelder annehmen dürfen und damit auf Gedeih und Verderb auf die bankeninterne Refinanzierung angewiesen waren. In Deutschland landen die Sparguthaben bei den Sparkassen. Die haben diese Gelder lustig über ihre eigenen Landesbanken verbrannt, stellen sie aber nicht mehr anderen Geschäftsbanken zur Verfügung. Damit ist Deutschland von dem Austrocknen der Finanzmärkte noch massiver betroffen.
Jetzt werden absurde Diskussionen über das vermeintliche Ende des Kapitalismus geführt, blinder Anti-Amerikanismus taucht auf. Das ist alles nachvollziehbar, hilft aber nicht weiter. Das System muss von außen stabilisiert, es muss neu gestartet werden.
Mittwoch, August 13, 2008
» First Yukos, Then Georgia
By Norman at 1:44 PM
Now the world is getting an idea of what a "war for oil" really looks like. Few in the West appreciate the degree to which Vladimir Putin and the Soviet, er, Russian, elite subscribe to a prewar view of power relations and national greatness. Their view is not based on self-reproducing institutions and innovation and the power of trade, but on territory and resources -- lebensraum, as one of their intellectual progenitors called it. ....
Western governments and Western oil executives have played an unwise role in Mr. Putin's plan. No amount of contract abrogation, outright seizure of property or subsidiary mayhem by Russian authorities seems able to dissuade them from throwing good money after bad in pursuit of Russian resources. Weiter hier:
Mittwoch, Juni 04, 2008
» Ein Plädoyer für Unternehmer, die Freiräume vorbildlich und verantwortungsvoll nutzen
By Dialog at 1:30 PM
Das Thema ist hochaktuell: Vor dem Hintergrund des Vertrauensverlustes in die Wirtschaft bzw. gegenüber Wirtschaftsführern und Managern laden die Evangelische Akademie im Rheinland, Bonn, die regionale Arbeitsgruppe Köln-Bonn-Leverkusen des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer und die Gemeinde der AntoniterCityKirche zu einer Veranstaltung ein mit dem Titel "Evangelischer Glaube und ökonomisches Handeln. Über Freiheit und Verantwortung eines Christenmenschen in der globalisierten Wirtschaft." Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, wird zum Thema einen Vortrag halten und erläutern, warum die evangelischen Kirche gerade in der derzeitigen krisenhaften Situation zu verantwortlichem unternehmerischem Handeln ermutigt und helfen will, ein positives Leitbild zu entwickeln.
Die Veranstaltung, zu der auch die Medienvertreterinnen und ?vertreter herzlich eingeladen sind, beginnt am
Donnerstag, 5. Juni 2008, 18.30 Uhr,
in der Antoniterkirche, Schildergasse 57, 50667 Köln.
Ausgehend von der besonderen Verantwortung der Unternehmer wird Präses Schneider auf die christliche Tradition des "ehrbaren Kaufmannes" Bezug nehmen, der seine Geschäfte im Wissen um seine letzte Rechenschaftsablegung vor Gott und im Blick auf die Belange seiner Mitarbeitenden und seiner Umwelt treibt: "Der ehrbare Kaufmann zeichnet sich nach den Kaufmannshandbüchern des Mittelalters durch grundlegende Tugenden aus wie Ehrlichkeit, Vorsicht, Diskretion, Wagemut im richtigen Moment, Friedensliebe, Ernsthaftigkeit, Höflichkeit, Klugheit, Ordnung und eine gute Erziehung", so Schneider im Vortragstext. Heute könne der einzelne Unternehmer zwar nicht heroisch alle Probleme alleine in seinem Verantwortungsbereich lösen, eine staatliche Rahmenordnung sei nötig, die einen fairen Wettbewerb ermögliche ? wie es "die protestantisch geprägten Gründerväter der sozialen Marktwirtschaft" immer wieder proklamiert hätten. Und besonders wichtig: Das Handeln von Banken und neuen Investmentgesellschaften werde von den Kirchen stets mit dem Maßstab ethisch bewertet, ob neue Arbeitsplätze entstehen.
Außerdem werde heute unter dem Stichwort "Globalisierung" eine "soziale Dimension" eingefordert, um den sozialen Ungleichheiten und Unsicherheiten zu begegnen, die mit der wirtschaftlichen Globalisierung einher geben. Für diese Dimension verwendeten sich auch die Kirchen, im Sinne einer "globalen Sozialpolitik."
Der Vortrag schließt mit einer Mahnung, die auf das Bild des "ehrbaren Kaufmannes" rekurriert. Der Präses fordert: "Die Unternehmer sollten sich aus einem wohlverstandenen eigenen Interesse an den gesellschaftlichen Debatten um ethisch-verantwortliches Handeln beteiligen. Die evangelische Kirche wünscht sich Unternehmer, die in ihrem Verantwortungsbereich ihre Freiräume vorbildlich für soziale und umweltgerechte Lösungen nutzen und sich gleichzeitig für konstruktive Ordnungsregeln im Sinne der sozialen Marktwirtschaft einsetzen. Solche Unternehmer können auf Unterstützung und Ermutigung seitens der evangelischen Kirche rechnen," so Schneider.
In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Evangelische Kirche in Deutschland eine EKD-Denkschrift zum Thema "Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive" plant, die im Laufe des Jahres veröffentlicht werden soll.
Kontakt am Vortragsabend: Norman Krayer (Regionales Sprecherteam des AEU): 0162.3651351 (m)
Mittwoch, April 16, 2008
» Marx lebt. Vor allem in deutschen Schulbüchern.
By Dialog at 4:08 PM
Von Gary Merrett
Stellen Sie sich ein Deutschland vor, in dem es nur eine Zeitung gibt. Diese wird vom Staat, der den Zeitungsmarkt zwangsmonopolisiert hat, herausgegeben. Es werden dafür zahlreiche Gründe angeführt: Der "Jugendschutz", "soziale Ungerechtigkeit" (Reiche könnten sich teuren Qualitätsjournalismus leisten, während Arme auf die billigen Trash-Zeitungen zurückgreifen müssten) und die Gefahr der Verbreitung von Fehlinformationen. Alle vier Jahre gäbe es dann Zeitungswahlen. Die Bürger der Bundesrepublik Deutschland wären aufgerufen, den Chefredakteur für die nächsten vier Jahre zu wählen, der wiederum die Inhalte der Zeitung bestimmt.
Schauen Sie sich nun das real existierende Deutschland an: Es ist ein Land, in dem der Staat tatsächlich fast das komplette Bildungswesen übernommen hat. Er entscheidet einseitig über Struktur, Inhalte und Preis des staatlichen Bildungsangebots (das man aufgrund von Schulpflicht und Zwangsfinanzierung nicht ablehnen kann, weswegen man hier wohl kaum von einem wirklichen "Angebot" sprechen kann). Alle fünf Jahre wird in den Bundesländern darüber abgestimmt, wie die zukünftige kollektive Schulpolitik auszusehen hat. Auch hier gibt es eine große gesellschaftliche Debatte darüber, wie, wie lange und vor allem was "unsere Kinder" lernen sollen.
Skurrilerweise scheint sich das Wahlvolk nur bei der Forderung nach immer höheren Ausgaben, also einem höheren Preis, für Bildung einig zu sein anstatt nach besserer und kostengünstigerer Bildung. Doch hier soll es weder um Finanzierungsfragen gehen noch um die Schulstruktur. Es geht hier lediglich um die Lehrinhalte speziell im Bereich der ökonomischen Bildung, die kollektiv einer ganzen Generation von Kindern und Jugendlichen eingeflößt werden. Es wird konsequent ökonomischer Nonsens mit antikapitalistischem Beigeschmack serviert. Es werden nur einige typische Beispiele vorgestellt, die ich einer Stichprobe von acht Schulbüchern eines niedersächsischen Gymnasiums entnommen habe. Beginnen wir mit dem Thema, dem diese Schulbücher besonders viel Aufmerksamkeit widmen: der Armut in der Dritten Welt.
Freihandel versus Fair Trade
Die Autoren von "Diercke Erdkunde 9" scheinen nicht gerade begeisterte Freihändler zu sein. Im Themenabschnitt "Welthandel" erläutern sie, was die Folgen von Marktöffnungen sind: Entlassungen, Entlassungen, Entlassungen. Zunächst wird die Aufhebung der Mengenbeschränkungen im weltweiten Textilhandel besprochen. Diese gefährde Arbeitsplätze in Ländern wie der Türkei oder Mexiko. Die Liberalisierung des Kaffeemarktes habe für die Arbeiter ebenso schlimme Folgen, wie diese Passage den Schülern klarmachen soll: "Kaffee ist nach Erdöl der wichtigste Exportrohstoff. Bis 1989 hatte die CEO (Internationale Kaffeeorganisation) dafür gesorgt, dass der Kaffee einen Mindestpreis erzielte. Seit diesem Zeitpunkt besteht aber das Gesetz des freien Handels. Folge war ein deutlicher Preisverfall, den die Bauern durch steigende Produktion kompensieren wollten.
Zusätzlich drängten Staaten wie Vietnam auf den Kaffeeweltmarkt, sodass im Jahr 1997 das Angebot die Nachfrage übertraf. Mitte 2000 sanken die Kaffeepreise teilweise unter 50 US-Cent pro englisches Pfund ab. In vielen Anbauländern führte dies zu Entlassungen von Arbeitern und zur Aufgabe von Land der Kleinbauern, durch die der Anbau des Kaffees hauptsächlich erfolgte. Die Kleinbauern erhalten aber nur einen sehr geringen Anteil des Ladenpreises von Kaffee und können durch den erzielten Erlös ihre Produktionskosten oftmals nicht decken." (S. 123). Daraufhin wird das Fair-Trade-Modell des Vereins Transfair als Lösung dieses Problems vorgestellt, nach dem den Kleinbauern ein Mindestpreis für den Kaffee bezahlt wird, unabhängig davon, wie der Weltmarktpreis sich entwickelt. So meint man, dafür sorgen zu können, dass der Kleinbauer auch einen ordentlichen Teil des Endpreises abbekommt.
Der findige Schüler kann jedoch einem kleinen, aber sehr informativen Kästchen am Seitenrand entnehmen, dass 43,5 Prozent des Endverbraucherpreises für Kaffee aus Steuern und Abgaben an den Staat bestehen. Warum, fragt man sich, weisen die Autoren nicht im Text darauf hin und schimpfen stattdessen auf die Zwischenhändler? Doch es ist nicht nur die Frage der Verteilung des Endpreises auf die einzelnen Marktteilnehmer, die hier kritisiert wird. Es ist vor allem das Prinzip des Freihandels, das hier an den Pranger gestellt wird. Der Tenor dieser Passage: Vor der Marktliberalisierung (also zur Zeit des Protektionismus) war alles besser.
Anstatt die wirklichen Ursachen der Armut in diesen Ländern anzuprangern, nämlich die Knebelung jeglicher wirtschaftlicher Aktivität zum Beispiel durch Protektionismus, Bürokratismus, Inflation, Reglementierung und Abgabenwahn, werden den Schülern in "Terra Erdkunde 10" des Klett-Verlags sechs Lösungsansätze kapitelweise vorgestellt (S.138-153). Erstens: Nahrungsmittelhilfe (was die lokalen Lebensmittelmärkte zerstört); zweitens: große und kleine Entwicklungsprojekte; drittens: Hilfe zur Selbsthilfe (Brunnenbau, Ernährungsberatung, Förderung des Dorfhandwerks); viertens: "Frauen stärken"; fünftens: Fair Trade (die Verbraucher in reicheren Ländern sollen also den Marktpreis plus Spende zahlen), und sechstens: Entwicklung durch Industrie (die Frage besteht doch gerade darin, wie man zu einem Industrieland wird!). Woher das Geld für diese Programme kommen soll, wird den Schülern nicht mitgeteilt. Aber man ahnt es schon.
Was die Schüler konkret tun könnten, wird ihnen auch mitgeteilt (S.153): Sie könnten "solidarisch handeln", indem sie Fair-Trade-Produkte kaufen, ihren "Lebensstil ändern", indem sie ihren Fleischkonsum reduzieren, sie könnten sich aber auch einfach "einmischen", indem sie "gegen Unrecht protestieren" oder sich Parteien, Verbänden oder sonstigen politischen Gruppierungen anschließen. Als besondere Serviceleistung werden den nun emotional aufgewirbelten Schülern auf derselben Seite "nützliche Adressen" zur Verfügung gestellt, etwa der Unicef oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Adressen, die marktwirtschaftliche Lösungen anbieten, werden den Schülern leider nicht verraten.
Kinderarbeit und Entwicklung
In "Diercke Erdkunde 9" wird den Schülern die Situation von Kindern in wirtschaftlich unterentwickelten Ländern wie folgt beschrieben: "Besonders im ländlichen Raum mit Subsistenzwirtschaft werden von den Kindern traditionell viele Arbeiten verrichtet, auf die die Familie angewiesen ist. Auch in anderen Bereichen werden Kinder als billige Arbeitskräfte eingesetzt. Die überwiegende Mehrheit der Kinder arbeitet im informellen Sektor, also ohne Steuer- und Sozialabgaben, damit ohne Alters- und Krankenversicherung sowie ohne arbeitsrechtlichen Schutz (Schuhputzer, Autowäscher, Eisverkäufer). Die Ausbeutung geht so weit, dass häufig die Kinder gar keinen Lohn für ihre Arbeit bekommen, weil Sie unbezahlt ihren arbeitenden Eltern helfen." (S.105)
In diesem Absatz wird eine Situation beschrieben, die tatsächlich existiert und auch wirklich ein großes Problem darstellt. Kinderarbeit ist ein noch viel zu verbreitetes Phänomen und gehört nicht in eine moderne Welt. Leider vermittelt der Text jedoch den Eindruck, dass es das Fehlen von staatlichen Regulierungen und Steuern (!) ist, das solche Arbeitsverhältnisse überhaupt erst erzeugt. Außerdem entsteht geradezu der Eindruck, der Staat müsse die Kinder vor ihren eigenen Eltern schützen. Doch die Eltern dieser Kinder sind keineswegs in irgendeiner Form "schlechter" als deutsche Eltern.
Sie wollen mit Sicherheit genauso wenig wie die "Gutmensch-Autoren" von Diercke, dass die Kinder den ganzen Tag schuften müssen, anstatt zu spielen oder zu lernen. Doch die ökonomische Realität macht es zur absoluten Notwendigkeit, dass die Kinder mit anpacken. Wenn man die Kinderarbeit unter Strafe stellt, ist die Folge nicht eine ökonomische Verbesserung der Kinder und ihrer Familien (wenn dies so wäre, würden sie von selbst damit aufhören), sondern eine Abwanderung der Kinder weg von der regulären Arbeit, hin zu weniger wünschenswerten Tätigkeiten, die der Staat kaum kontrollieren kann, etwa Prostitution oder Kriminalität.
Der Staat kann also nicht per Gesetz ein besseres Leben für Kinder oder auch Erwachsene verordnen. Wenn dies so wäre, könnte er auf diese Weise nicht nur die Kinderarbeit, sondern auch gleich die Armut beenden, ganz einfach indem er sie für illegal erklärt. Wohlstand und Entwicklung müssen aber erarbeitet werden. Je freier die Menschen in einem Land sind, desto schneller wird sich das Land so weit entwickeln, dass Kinderarbeit entbehrlich wird.
Wachstum und Arbeitslosigkeit
"Terra Erdkunde 10" stellt zum Zusammenhang zwischen ökonomischem Fortschritt und der Beschäftigungslage folgende sonderliche Behauptung auf: "Wirtschaftswachstum bedeutet aber meist auch in zunehmendem Maße Arbeitslosigkeit." (S 78) Wirtschaftswachstum führt zwar nicht notwendigerweise zu Mehrbeschäftigung, denn andere Faktoren spielen für die Arbeitsmarktentwicklung ebenso eine Rolle. Ceteris paribus aber hat Wirtschaftswachstum natürlich einen positiven Effekt auf die Beschäftigung. Die in manchen Dritte-Welt-Ländern zu beobachtenden Entlassungen sind oftmals Merkmale eines wirtschaftlichen Strukturwandels (s.o.). Doch werden in anderen Bereichen neue Arbeitsplätze entstehen, wenn die Wirtschaft frei von staatlicher Gängelung ist. Wirtschaftswachstum bedeutet, dass mehr Güter und Dienstleistungen auf den Markt kommen. Und gerade weil es jemanden geben muss, der die zusätzlichen Produkte herstellt und vertreibt, wird mehr Arbeitskraft benötigt.
Parteipolitik im Schulbuch
Kindern falsche Vorstellungen über die Marktwirtschaft zu vermitteln, ist eine Sache. Wenn dies unabsichtlich getan wird, ist es verantwortungslos. Wenn es bewusst getan wird, ist es unmoralisch. Eine ganz andere Sache ist es jedoch, ganz offen politische Forderungen auszusprechen. Das ist einfach nur dreist, bestenfalls plump. Und dies geschieht immer wieder. Hier nur einige Beispiele:
Es mag sein, dass ein Großteil der Bevölkerung diesen politischen Forderungen zustimmen würde. Die Frage ist nur, ob sie in ein Schulbuch gehören.
Die Privatmeinung von Schulbuchautoren (oder von Kultusministerialbeamten) darüber, was der Staat alles tun müsse und was nicht, sollte eigentlich nicht Teil des Unterrichtsstoffs an (angeblich) politisch neutralen Schulen sein.
Themensetzung als politische Aussage
Auch der Themenabschnitt "Einzelschicksal Arbeitslosigkeit" in "Politik & Co 2" dient vielmehr der Emotionalisierung eines Problems als der sachlichen Auseinandersetzung mit ihm. Darin wird ein ehemaliger Mitarbeiter eines Verlags zitiert, der seine Entlassung aus seiner Firma beschreibt: "Mein Chef hat mich in einen kahlen Raum gerufen... Da hat er dann gesagt: ,Tja, tut mir leid, wir schließen ihren Bereich.' Kein Glas Wasser, kein ?Wollen Sie den Rest des Tages freihaben?', nichts."(S. 154) Selbstverständlich gibt es miese Chefs.
Aber darum geht es nicht. Die Frage ist, ob das hier beschriebene Verhalten tatsächlich repräsentativ für die meisten Personal- oder Betriebsleiter ist und dadurch auch wirklichen Erkenntniswert für die Schüler hat oder ob diese Geschichte nicht eher das Ziel verfolgt, den Kindern zu zeigen, wie "kalt" und "gnadenlos" der Markt sei. Angesichts der sonst so marktkritischen und staatsgläubigen Passagen im Buch neigt man dazu, von Letzterem auszugehen. Man fragt sich, warum den Schülern nicht erklärt wird, welche zentrale Rolle dem Unternehmer im Wirtschaftsprozess zukommt.
Angesichts dieser systematischen Hetzjagd gegen die freie Marktwirtschaft an deutschen Schulen sollte es nicht verwundern, dass immer mehr junge Menschen sich radikal antikapitalistischen Vereinigungen oder Globalisierungsskeptikern wie Attac anschließen, zu Staatsgläubigkeit neigen und umfassende Ansprüche an den Staat stellen.
Während 1991 in einer Befragung noch 36 Prozent der Deutschen angaben, sozialistische Ideen zu unterstützen, waren es 2007 sogar 47 Prozent. 1990 glaubte man den Sozialismus endlich aus Deutschland vertrieben zu haben. Doch der Sozialismus ist nicht tot - er lebt in vielen Schulbüchern weiter.
Der Autor (Jahrgang 1984) ist Politikwissenschaftler und Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung. Der Text ist die gekürzte Fassung eines Positionspapiers des Stiftungsinstituts. Sie können das Papier unter http://www.fnst-freiheit.org/uploads/1044/Merritt-Martkw_Schulbuecher.pdf herunterladen
Mittwoch, Februar 20, 2008
» Scheinheiligkeiten
By Dialog at 3:28 AM
Alles. Wirklich alles, was zu Liechtenstein und deutschen Scheinheiligkeiten gesagt werden muß, steht hier.
Montag, Januar 14, 2008
» Klimapanik kostet halt
By Norman at 8:29 AM
Der Standard wird hier eher ungern zitiert, weil sich in seiner Forengemeinde überdurchschnittlich viele Kommunisten, Islamisten und Dummköpfe sammeln. Die dortige Forengemeinde dürfte der Kommentar von von Andreas Schnauder entzweien:
CO2-Emissionen: Europa ohne Industrie
Die Verpflichtung der Betriebe, jede Tonne CO2-Ausstoß langfristig aus der eigenen Tasche zu bezahlen, käme einer milliardenschweren Belastungswelle gleich
Die EU will den Treibhausgasen ordentlich einheizen und hat dazu offenbar auch schon das richtige Rezept gefunden: die Deindustrialisierung. Anders kann man die Pläne nicht interpretieren, die derzeit in Brüssel gewälzt und noch im Jänner verabschiedet werden sollen. Die Verpflichtung der Betriebe, jede Tonne CO2-Ausstoß langfristig aus der eigenen Tasche zu bezahlen, käme einer milliardenschweren Belastungswelle gleich. Die europäische Papierindustrie hat errechnet, dass die Kosten die gesamten Gewinne der Branche auffressen würden. Bei der Voest, dem größten Emittenten Österreichs, würde der Plan den Klima-Aufwand verzehnfachen.
Dienstag, Dezember 11, 2007
» Da haben wir den Salat
By Norman at 3:00 PM
Mahner, die seinerzeit meinten, ein Antidiskriminierungsgesetz würde noch Blüten treiben, wurden nicht gehört. Ein Arbeitsgericht hat nun eine Einrichtung der Diakonie wegen Diskriminierung verurteilt. Dabei wurden den Kirchen in einem Zusatz zum Antidiskriminierungsgesetz Sonderrechte zugestanden:
"Kirchen und Religionsgemeinschaften sollen ihre Beschäftigten weiterhin mit Rücksicht auf deren Religion oder Weltanschauung auswählen dürfen, soweit dies im Hinblick auf ihr Selbstbestimmungsrecht oder nach Art der Tätigkeit gerechtfertigt ist."
SPON berichtet nun von von Yesim Fadia, der eine Stelle in einer diakonischen Einrichtung verwehrt wurde.
"Das ist eine total verlogene Schiene, sie sprechen von christlicher Nächstenliebe und Integration, dabei diskriminieren sie offen gegen Außenstehende."
Da haben wir den Salat.
Donnerstag, November 15, 2007
» Würden Sie Bianca einstellen?
By Norman at 1:18 PM
Als Personalberater ist man Ungemach in Arbeitswelten gewöhnt. Trotteligerweise hatte ich mich in Bonner Studientagen (Hängt!) im Portal Wer-Weiss-Was? als "Experte" in Bewerbungsfragen registriert und bekomme nun hin und wieder Anfragen. Heute kam die Frage von der "zornigen Bianca", die ihr Leiden sicher noch im GEZ-finanzierten Fernsehfunk ausbreiten wird. Bevor es soweit ist, möche ich Sie fragen: Würden Sie Bianca einstellen?
Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,
Ich habe eine dringende Frage. Zum Sachverhalt: Und zwar hatte ich mich bereits im Juli bei einem Unternehmen initiativ beworben, d. h. es gab keine Ausschreibung o. Ä. Da ich monatelang keinerlei Rückmeldung des Unternehmens bekam, fragte ich nach Monaten also 2x per E-Mail nach, wie der Stand der Dinge ist ? vergeblich! Auch hierauf kam also keine Antwort, was ich schon eine Frechheit finde!!! Dann versuchte ich es vor Ort (da können die einen ja schlecht ohne eine Aussage wieder wegschicken), traf jedoch leider niemanden an.
Eine Hausewohnerin sagte mir dann jedoch, die Freundin des Geschäftsführers habe gleich um die Ecke einen Friseur-Salon. Ihr berichtete ich von meiner Bewerbung vor Monaten und dass keine Antwort erfolgte. Sie wollte ihren Freund fragen und mich dann anrufen? Ein Anruf blieb jedoch aus! Also schickte ich noch eine 3. E-Mail, in der ich um endlich eine Antwort bat. Am Nachmittag bekam ich dann endlich einen Anruf: Der Mann am anderen Ende machte mir Vorwürfe, dass ich mich überhaupt beworben hatte!!! Das muss man sich ?mal vorstellen. Seine Worte: ?Es hat Sie niemand gebeten, dass Sie uns Ihre Unterlagen schicken!? Da ich so lange keine Rückmeldung bekommen hatte, war für mich eh? schon klar, dass ich für solche unzuverlässigen Leute auch gar nicht arbeiten will. Aber wenigstens meine Unterlagen wollte ich zurück. Auf meine Frage, ob sie sie mir zuschicken oder ich sie abholen soll, kam die Antwort: ?Wir bekommen ständig von Leuten Initiativ-Bewerbungen. Die landen bei uns im Müll!? Ist das nicht ?ne Frechheit??? Ich bin, weiß Gott, freundlich und nett am Telefon, aber das war auch mir zu viel und ich sagte direkt, dass ich das nicht ok finde, schließlich hat mich das alles Geld gekostet!!! Und dass es doch kein Problem gewesen wäre, mich kurz zu informieren (eine E-Mail kostet schließlich nix), dann hätte ich die Unterlagen selbst abgeholt. Aber sie einfach so wegzuwerfen ?
sorry, aber das macht mich echt fertig. V. a. ist er der Erste, der mir ?nen Vorwurf macht, dass ich mich beworben habe. Die sollen froh sein, dass sich überhaupt jemand für die interessiert, oder nicht???
Nun meine Frage: Gern würde ich ein Gefühl der Genugtuung für mich (evtl. auch Rache!?)? Ich will mir das nicht einfach so gefallen lassen. Meinst du, ich solle noch ?mal versuchen, jemanden anzutreffen und noch ?mal nach meiner Mappe fragen? Denn die gute Mappe werden sie doch sicher nicht entsorgt haben, da man sie ja noch verwenden kann (ich vermute, nur der Lebenslauf, die Zeugnisse, mein Foto (!) etc. wurden vernichtet)? Kann ich die eigentlich auch anzeigen wegen so ?was? Wenn ja: wo und wie? Gruß, die zornige Bianca
Kleiner Nachtrag. Die Nachricht ist ungekürzt wiedergegeben und blieb selbstverständlich unbeantwortet.
Freitag, September 21, 2007
» Tiefensee sorgt sich um den Osten
By Dialog at 9:42 AM
Einem alten Witz zufolge waren im Sozialismus Frühling, Sommer, Herbst
und Winter die schlimmsten Feinde der Wirtschaft.
Kein Witz ist,
dass Minister Tiefensee, der neben Verkehrsproblemen auch für alle
Wehwehchen der Neuen Länder zuständig ist, endlich einen Schuldigen
für die wirtschaftliche Stagnation im ungeliebten Osten ausgemacht
hat. Das Klima hätte sich angeboten, hat aber den Nachteil, dass die
gravierenden Schäden der vermuteten Erderwärmung erst in fünfzig
Jahren eintreten werden. Dann wird der Solidarpakt längst Geschichte
sein. Die Rechtsextremen sind dagegen allgegenwärtig. Auf jeder
Dorfkirmes können sie ihre Glatzen erheben und für Aufregung im
Blätterwald sorgen. Ihre neue Rolle als Wirtschaftsschädlinge wird ein
dankbares Publikum finden. Politiker müssen sich keine Gedanken mehr
machen, welche ihrer Fehlentscheidungen zur wirtschaftlichen Misere
beigetragen haben. Ämter können weiter ohne Furcht Investoren mit
unsinnigen Vorschriften und schikanösen Auflagen vertreiben, denn die
Sündenböcke sind bereits gefunden.Hier
weiter:
Mittwoch, August 15, 2007
» DIW-Konjunkturbarometer: Fortsetzung des Aufschwungs mit gemäßigtem Tempo
By Dialog at 11:57 AM
Die Erstberechnung des DIW-Konjunkturbarometers für das laufende dritte Quartal signalisiert einen Zuwachs des saison- und kalenderbereinigten Bruttoinlandsproduktes von 0,4 % gegenüber dem Vorquartal, in dem die Wirtschaftsleistung um knapp 0,3 % zugelegt hat. Damit setzt sich der Aufschwung in gemäßigtem Tempo fort. Mit Blick auf das Gesamtjahr bestätigt sich die bisherige Einschätzung des DIW Berlin, dass das kalenderbereinigte Wachstum zwar auch in 2007 kräftig ausfallen dürfte, aber an den Vorjahreswert von 3 % nicht mehr heranreicht. Die derzeitigen Turbulenzen an den Finanzmärkten konnten sich in den für die Barometerberechnung herangezogenen Indikatoren noch nicht spürbar niederschlagen. Allerdings ist derzeit nicht davon auszugehen, dass sich hieraus ernste Gefahren für die Stabilität des realwirtschaftlichen Wachstumsprozesses ergeben.Wie im Vorquartal bleibt das Produzierende Gewerbe (ohne Bauwirtschaft) die kräftigste Triebfeder des gesamtwirtschaftlichen Wachstums, wenn auch mit leicht abgeschwächter Dynamik. Zuletzt wiesen nahezu alle Produktionsindices im Zweimonatsvergleich nach oben und auch beim Auftragseingang gab es deutliche Zuwächse, insbesondere bei den Investitionsgüterproduzenten. Für die Bauwirtschaft, die zuletzt das Wachstum gebremst hat, zeichnet sich eine leichte Erholung ab, die vor allem auf den Wirtschaftsbau zurückzuführen sein dürfte. Allerdings bleibt die Bauproduktion weiterhin deutlich hinter dem Niveau im - stark durch Sondereffekte beeinflussten - ersten Quartal zurück. Der Bereich "Handel, Gaststätten, Verkehr" lässt im Sektorenvergleich das geringste Wachstum erwarten. Zwar wiesen die Kfz-Neuzulassungen zuletzt nach langer Durststrecke deutlicher nach oben, jedoch entwickeln sich die realen Groß- und Einzelhandelsumsätze weiterhin sehr schleppend. Stabil zeigt sich das Wachstum bei den Dienstleistungssektoren. Der Bereich "Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister" wächst proportional zur Gesamtwirtschaft, während die "Öffentlichen und privaten Dienstleister" leicht dahinter zurückbleiben.
Die Stimmungsindikatoren waren zwar zuletzt rückläufig, allerdings bewegen sie sich immer noch in der Nähe ihrer hohen Vorjahreswerte. Die im Vorjahresvergleich leichte Abschwächung der Geschäftserwartungen passt zu einer insgesamt robusten, aber nicht mehr ganz so dynamischen Fortsetzung der derzeitigen konjunkturellen Aufschwungphase.
Zum DIW-Konjunkturbarometer: http://www.diw.de/deutsch/produkte/konjunkturbarometer/index.html
Donnerstag, Juli 26, 2007
» Die gefühlte Angst
By Dialog at 12:37 PM
Alles was man derzeit über Genpanik, das Gentechnik-Gesetz und Technikfeindlichkeit wissen sollte, fasst Christian Schwägerl in der aktuellen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zusammen. Lesenswert und bestürzend zugleich.
Mittwoch, Juli 18, 2007
» Wirtschaft, Gesundheit, Freiheit. Präsident Bush in Cleveland (Ohio)
By Dialog at 3:10 PM
CLEVELAND - (AD) - Nachfolgend veröffentlichen wir die unwesentlich gekürzte (aber durchaus amüsante Rede) Rede von US-Präsident George W. Bush im Intercontinental Hotel Cleveland (Ohio) vom 10. Juli 2007.Zunächst möchte ich über unsere Wirtschaft sprechen. Unsere Wirtschaft verändert sich, und sie ist stark. Ich erinnere mich an den Beginn meiner ersten Amtszeit, als wir gerade sehr schwierige Zeiten durchlebten. Es gab eine Rezession, die Wirtschaft war überhitzt und nahm Korrekturen vor. Dann griff uns ein Feind an, der fast 3.000 Amerikaner tötete, und natürlich hat ein solcher Anschlag auch Auswirkungen auf die Wirtschaft. Dann gab es einige Unternehmensskandale, die psychologische Auswirkungen auf unsere Wirtschaft hatten. Man fing an, sich um das System zu sorgen, in dem einige das Gesetz nicht achteten, die Situation und Aktieninhaber ausnutzten.
Dennoch handelten wir, wir senkten die Steuern maßgeblich, da es zu den grundlegenden Überzeugungen dieser Regierung zählt, dass mehr Geld in der Tasche zum Ausgeben, Sparen oder Investieren zu Wirtschaftswachstum führt. Mit anderen Worten: In Washington gibt es immer einen Konflikt darüber, welche Summe angemessen für Washington ist und welche Summe in Ihren Taschen verbleiben sollte. Ich gehöre zu denjenigen, die eher Vertrauen in die Menschen setzen als in die Regierung, wenn es ums Geldausgeben geht.
Ich versuche hier nicht, Applaus einzuheimsen, aber unser Plan hat funktioniert. Ich weiß nicht, ob Sie es bemerkt haben, aber vorigen Monat haben wir 132.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Seit August 2003 haben wir acht Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen. Unternehmen florieren, wenn die Menschen mehr Geld in der Tasche haben.
Das Interessante an den Steuerkürzungen, die wir vorgeschlagen haben, ist, dass ein Großteil dieser Steuerkürzungen kleinen Unternehmen zugute kommt. Einer der statistischen Fakten, die unsere Wirtschaft interessant und, meines Erachtens, auch robust macht, ist, dass 70 Prozent der neuen Arbeitsplätze von kleinen Unternehmen geschaffen wurden. Das ist eine wichtige Sache, die man sich immer wieder vor Augen führen muss, insbesondere im Kongress, wenn es um das Steuerrecht geht.
Die meisten kleinen Unternehmen sind so genannte Subchapter-S-Unternehmen oder Kommanditgesellschaften. Anders ausgedrückt, sie zahlen Steuern basierend auf ihrem jeweiligen Einkommensteuersatz. Wenn man die Einkommensteuer für alle senkt, die Steuern zahlen - wenn man also den Steuersatz senkt - können kleine Unternehmen größere Kapitalrücklagen bilden, also mehr von ihren Einnahmen behalten. Wenn kleine Unternehmen mehr von ihren Einnahmen behalten, dann ist es wahrscheinlicher, dass das Unternehmen expandiert. Wenn ich also sage, dass seit August 2003 acht Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, dann hätte ich ebenso gut sagen können, der Mittelstand in den Vereinigten Staaten ist stark, und die Wahrscheinlichkeit, dass das so bleibt, ist am höchsten, wenn die Steuern niedrig bleiben.
Darüber werden wir in Washington debattieren. Es wird eine interessante Grundsatzdebatte. In Washington meinen Einige, man müsse die Steuern der Bürger erhöhen, um neue Programme zu finanzieren oder den Haushalt auszugleichen. Meiner Meinung nach kann man den Haushalt ohne Steuererhöhungen ausgleichen, wenn wir unser Geld klug ausgeben. Und wir beweisen, dass das möglich ist.
Morgen werde ich über die Höhe des Haushaltsdefizits sprechen. Ich werde jetzt nicht raten, aber ich kann schon vorhersagen, dass es wesentlich niedriger sein wird als vor drei Jahren. Und wir haben die Steuern nicht erhöht. Wir haben die Steuern niedrig gehalten, das führte zu Wirtschaftswachstum, was wiederum zu mehr Steuereinnahmen führte. Weil wir Prioritäten gesetzt haben, schmilzt das Defizit.
In Washington wird es einen großen Streit darüber geben, ob die Haushaltsvorlagen, die der Kongress jetzt verabschieden will, auch verabschiedet werden. Wenn die Ausgaben zu hoch sind, werde ich mein Veto einlegen. Ich werde nicht erlauben, dass Ihre Steuern erhöht werden. Ich denke, das wäre schlecht für die Wirtschaft. Ich denke, das wäre schlecht für die Unternehmen.
Ich möchte auch auf das Gesundheitswesen zu sprechen kommen, da ich mich gerade damit beschäftigt habe. Ziel muss es sein, die Vereinigten Staaten zum besten Ort der Welt für Gesundheitsfürsorge zu machen, zum innovativsten Land, in dem Ärzte ermutigt werden, weiter zu praktizieren, ein Land mit solider Finanzierung für Forschung, in dem Patienten eine gute, qualitativ hochwertige Behandlung zu vernünftigen Kosten erhalten.
Das unmittelbare Ziel ist es sicherzustellen, dass mehr Menschen privat krankenversichert sind. In den Vereinigten Staaten haben die Menschen Zugang zu medizinischen Leistungen. Schließlich muss man nur in die Notaufnahme gehen. Die Frage ist, werden wir klug darüber entscheiden, wie wir für diese Leistungen bezahlen? Meines Erachtens ist die beste Methode hierzu, mehr Menschen private Krankenversicherung zu ermöglichen. Ich betone die private Krankenversicherung, weil die beste Gesundheitspolitik die private Gesundheitsfürsorge in den Vordergrund stellt. Mit anderen Worten - das Gegenteil wäre die staatlich kontrollierte Gesundheitsfürsorge.
In Washington wird hierüber debattiert. Das wird sich in Kürze an der Frage zeigen, ob wir den so genannten S-CHIP erweitern sollen oder nicht. Der S-CHIP ist ein Programm, das armen Kindern zu Krankenversicherungen verhelfen soll. Ich bin dafür. Es wurde in meiner Zeit als Gouverneur von Texas ins Leben gerufen, und ich habe es unterstützt. Jetzt gibt es Pläne, den S-CHIP auf Familien auszuweiten - einige Vorschläge beziehen Familien mit einem Einkommen von bis zu 80.000 Dollar im Jahr mit ein. Das Programm geht also über die ursprüngliche Absicht, armen Kinder zu helfen, hinaus. Es zielt jetzt darauf ab, dass mehr Menschen in den Genuss von staatlicher Gesundheitsfürsorge kommen. Darum handelt es sich. Es ist eine Methode, Menschen zum Wechsel von der privaten zur staatlichen Krankenversicherung zu ermutigen.
Meine Haltung hierzu ist, wir sollten den Armen helfen - und das tun wir mit Medicaid. Meine Haltung ist, wir sollten ein modernes Gesundheitssystem für Senioren haben - und das haben wir mit Medicare. Aber ich bin absolut dagegen, dass der Staat Anreize für Menschen schafft, von der privaten zur staatlichen Gesundheitsfürsorge zu wechseln. Meiner Meinung nach ist das falsch, es ist ein Fehler. Deshalb widersetze ich mich dem Versuch des Kongresses, die Gesundheitsfürsorge zur Sache des Bundes zu machen.
Sehen Sie es einmal so: Die Zahl der Berechtigten für den S-CHIP soll erhöht, das Eingangsalter für Medicare gesenkt werden. Und dann auf einmal zeichnet sich ein - ich würde nicht sagen Komplott, vielleicht eine Strategie - ab, mehr Menschen an der Verstaatlichung der Gesundheitsfürsorge teilhaben zu lassen. Meines Erachtens würde das nicht zu besserer Medizin, sondern zu schlechterer führen. Es würde nicht zu mehr, sondern zu weniger Innovation führen.
Aber in Washington muss man sich für etwas entscheiden. Man kann nicht nur gegen mehr Verantwortung für den Bund sein, man muss für einen Plan sein, der die Beziehung zwischen Arzt und Patient verbessert, und dafür bin ich. Ich bin von Folgendem überzeugt: Erstens glaube ich an Krankenversicherungskonten als Alternative zur Verstaatlichung der Medizin. So hat man die Möglichkeit, steuerfrei für Routinebehandlungen zu sparen und gleichzeitig eine Krankenversicherung für schwere Krankheiten als Sicherheit zu haben.
Ich mag den Gedanken, dass man Entscheidungen treffen kann, die erstens der Gesundheit zuträglich sind und zweitens Geld sparen. [Toby Cosgrove], der Arzt, der mich durch das Krankenhaus führte, stellte mir einen dieser brillanten Herzspezialisten vor, die für ihn arbeiten. Sie würden übrigens nicht glauben, welche Technologie es in diesem Krankenhaus gibt. Wenn Sie in Cleveland wohnen, sollten Sie stolz auf dieses Krankenhaus sein. Es ist unglaublich.
Er sagte aber etwas sehr Kluges. Er sagte, man kann die gesamte Technologie haben, die der Mensch sich auch nur ausdenken kann, aber wenn man dann weiter raucht, ist das ein Schritt zurück. Wenn man keinen Sport treibt, wenn man sich nicht selbst um seinen Körper kümmert, dann kann einem auch die beste Technologie nicht das Leben retten. Anders gesagt, es gibt eine gewisse Verantwortung, die wir als Bürger für uns selbst haben. Ein Krankenversicherungskonto ist ein finanzieller Anreiz für Sie, diese Verantwortung zu übernehmen.
Ich glaube an Pläne, die es kleinen Unternehmen ermöglichen, sich über Verwaltungsgrenzen hinweg zusammenzutun, damit sie sich leisten können, Krankenversicherung anzubieten, damit sie es sich leisten können, die Risiken zu verteilen, so wie es große Unternehmen können. In anderen Worten, eine Möglichkeit der Kostenkontrolle ist es, kleinen Unternehmen, die sich oft nur schwer leisten können, eine Krankenversicherung anzubieten, die Risikobündelung zu ermöglichen.
Ich bin überzeugt von der Reform der medizinischen Haftung. Wir haben ein Rechtssystem, das die medizinischen Kosten in die Höhe treibt, weil die Ärzte eine defensive Medizin praktizieren und gute Ärzte ihre Praxis aufgeben. Es ist wenig sinnvoll, ein Rechtssystem zu haben, das gute medizinische Behandlung bestraft. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass der Kongress eine staatliche medizinische Haftpflichtversicherung für unsere Ärzte und Dienstleister im Gesundheitswesen verabschieden sollte.
Ich glaube an die Informationstechnologie. Bei meinem ersten Besuch in der Cleveland Clinic sprachen wir darüber, wie wir unsere Krankenhäuser und Arztpraxen modernisieren und in das 21. Jahrhundert bringen könnten. Das Problem ist vielleicht am besten damit beschrieben, dass wir immer noch zu viele Ärzte haben, die Rezepte per Hand schreiben. Die meisten können sowieso nicht schreiben. Und dann wird die Akte weitergereicht. In der heutigen Zeit ist das einfach ineffizient. Technologie ändert die Art und Weise, wie wir leben; sie sollte auch die Art und Weise ändern, wie Medizin funktioniert. Und das geschieht auch in der Cleveland Clinic. Ich sehe den Tag vor mir, an dem wir alle unsere eigene elektronische medizinische Akte haben, die vor Schnüfflern gesichert - also privat - ist, Gesundheitsfürsorge aber effizienter machen wird.
Die Cleveland Clinic hat etwas Interessantes gemacht. Ich bin auf vier verschiedenen Stationen gewesen, und nach jeder Station habe ich die Ergebnisberichte eingesehen. Mit anderen Worten, wir sind bereit, uns bewerten zu lassen, sagte der mich begleitende Arzt. In der Medizin sollte es Transparenz geben. Wie viele von Ihnen haben je versucht, die Kosten für eine medizinische Leistung herauszufinden? Wahrscheinlich nicht viele. Wie viele haben sich je gefragt, ob die Qualität ihrer gesundheitlichen Versorgung besser ist als die ihrer Nachbarn? Ich denke, nur wenige von Ihnen haben das getan. Warum? Weil das System nicht darauf ausgerichtet ist. Jemand anders bezahlt Ihre Rechnungen. Wenn man einmal wirklich darüber nachdenkt, wenn man beispielsweise für ein Unternehmen in den Vereinigten Staaten arbeitet, das eine Krankenversicherung anbietet, dann ist eine dritte Partei involviert, die die Kosten trägt. Und wenn jemand anders die Rechnungen bezahlt, warum sollte man sich dann darum kümmern, wie hoch die Kosten zum Zeitpunkt des Kaufs sind?
Mit anderen Worten, insgesamt muss der Plan mehr Rechenschaftspflicht in das Gesundheitswesen bringen, die Verbraucher müssen für richtige und rationale Entscheidungen mehr in die Verantwortung genommen werden. Das kann Rechenschaftspflicht leisten. Ich danke Ihnen dafür, Herr Doktor. Genau das bedeutet Preistransparenz - dass man sich beim Kauf an den Preisen orientiert.
Aber das System, das Steuersystem, bietet dem Einzelnen keine Anreize, eine private Krankenversicherung abzuschließen. Wenn man für ein Unternehmen arbeitet und eine Krankenversicherung abschließt, erhält man eine gute Steuervergünstigung. Wenn man als Einzelperson eine Versicherung abschließt, erhält man diese Steuervergünstigung nicht. Das ergibt keinen Sinn. Das Steuerrecht muss reformiert werden. Alle sollten steuerrechtlich gleich behandelt werden, wenn es um die Gesundheitsfürsorge geht. Ein Vorschlag, den ich dem Kongress hierzu unterbreitet habe, ist folgender: Wenn man verheiratet und erwerbstätig ist, solle man 15.000 Dollar von der Steuer absetzen können, ähnlich wie bei einer Hypothek, unabhängig davon, ob man bei einem amerikanischen Unternehmen arbeitet, selbständig ist oder auf Arbeitssuche.
So wird gewährleistet, dass im Steuerrecht gleiche Bedingungen gelten. So entsteht ein separater Markt, weil es dann Anreize gibt, eine medizinische Leistung zu kaufen. Man erhält die Steuervergünstigung im Übrigen nur, wenn man auf diesem Markt medizinische Leistungen kauft.
Was ich zu sagen versuche, ist, dass es eine Alternative zur Verstaatlichung der Gesundheitsfürsorge gibt. Es lässt sich kein kurzer, prägnanter Spruch daraus machen. Es ist nicht leicht zu verkaufen - warum sollten Sie sich um die Erweiterung des S-CHIP kümmern? Es hört sich nett und freundlich an, aber nichtsdestotrotz gibt es eine Alternative, die funktionieren wird und hier in den Vereinigten Staaten bereits funktioniert.
Die technologischen Veränderungen im Krankenhaus nebenan sind erstaunlich. Die Qualität der Behandlung ist fantastisch. Aber wir können mehr tun um zu gewährleisten, dass wir in diesem Bereich führend bleiben, ohne dabei das Gesundheitssystem zu zerstören.
Energie: Um die Stärke der Volkswirtschaft zu erhalten - und unsere Wirtschaft ist stark - wurden seit August 2003 nicht nur 8,2 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen, auch Zinsen und Inflation sind niedrig. Ich meine, die Wirtschaft brummt. Einige Teile unseres Landes profitieren nicht im gleichen Maße. Der Fertigungsindustrie hier geht es nicht so gut wie in anderen Teilen des Landes. Allerdings möchte ich Sie daran erinnern, dass die Arbeitslosenrate in Ohio 5,8 Prozent beträgt. Ist das perfekt? Nein. Ist es besser als vorher? Darauf können Sie wetten.
Energie ist ein Bereich, der einen großen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum der kommenden Jahre hat. Wir sind einfach zu abhängig von Öl. Für jemanden aus Texas ist das schwer zu sagen. Und Sie fragen sich wahrscheinlich, ob ich es auch meine. Ich meine es so. Die Abhängigkeit von Öl aus anderen Teilen der Welt, wo man uns zum Teil nicht mag, ist ein nationales Sicherheitsrisiko. Das ist ein Thema, mit dem wir uns befassen müssen - und zwar jetzt.
Auch die Frage der Wirtschaftssicherheit stellt sich in Zusammenhang mit der Abhängigkeit von Öl. Wenn die Nachfrage nach Rohöl aufgrund von Wirtschaftswachstum, beispielsweise in China, zunimmt, steigt der internationale Preis für Öl, was sich auf den Benzinpreis hier in Cleveland (Ohio) auswirkt. So funktioniert es. Höhere Rohölpreise haben höhere Benzinpreise zur Folge. Deshalb ist die Abhängigkeit von Öl auch eine wirtschaftliche Frage. Und die Abhängigkeit von Öl bringt auch Kosten für die Umwelt mit sich. Wenn wir Kohlenstoff verbrennen, werden Treibhausgase ausgestoßen, ein Thema, mit dem wir uns befassen müssen. Wir haben also eine fantastische Chance, etwas anders zu machen, um unserer Wirtschaft willen, um unserer nationalen Sicherheit willen, und um der Umwelt willen.
Heute besuchte ich ein faszinierendes kleines Unternehmen, das Wasserstoffbrennstoffzellen herstellt. Wasserstoff ist der Ausgangsstoff, das Endprodukt ist Wasser, und ganz nebenbei fährt ihr Auto. Wasserstoffbrennstoffzellen sind stark im Kommen. Und die Bundesregierung kann dabei eine wichtige Rolle spielen - Ihr Geld für die Förderung von neuen Technologien einsetzen, die uns helfen, weniger abhängig von Öl zu sein und besser mit der Umwelt umzugehen.
Stellen Sie sich vor, eines Tages ein Auto zu fahren, das mit Wasserstoff angetrieben wird und dessen Motor nur Wassertropfen ausstößt. Dieser Tag wird kommen. Heute liegt der Tag noch ein Stück in der Zukunft, aber er ist dennoch Teil eines umfassenden Plans, der uns helfen soll zu gewährleisten, dass wir weniger abhängig von Öl werden. In der Zwischenzeit muss ich Ihnen berichten, dass ich, wenn es um den Antrieb von Autos geht, fest darauf vertraue, dass unsere Landwirte Produkte anbauen können, mit denen wir unsere Fahrzeuge antreiben können. Ich bin der Meinung, es ist sinnvoll, Ihr Geld in neue Technologien zu investieren oder in die Erforschung neuer Technologien, so dass ein Landwirt beispielsweise Rutenhirse anbauen kann, diese in Äthanol umgewandelt wird, das dann wiederum als Kraftstoff für ein Fahrzeug verwendet werden kann.
Ich bin mir nicht sicher, ob Sie es wissen oder nicht, aber wir stellen in den Vereinigten Staaten mittlerweile 265 Millionen Hektoliter Äthanol her und verbrauchen es auch. Das ist ein großer Anstieg verglichen mit etwa 75 Millionen Hektolitern vor drei oder vier Jahren. Wenn man Unabhängigkeit von einzelnen Energiequellen will, ist das eine gute Lösung, weil die Energie von Maisanbauern hier in den Vereinigten Staaten kommt. Aus diesem Grund investieren wir in Technologien. Ich glaube, dass immer mehr Menschen von Äthanol angetriebene Autos fahren werden.
Im Mittleren Westen ist das mittlerweile oft der Fall. Erfolge beim Zellulose-Äthanol werden bewirken, dass wir Äthanol aus Holzschnitzeln oder Rutenhirse herstellen werden. Das wird zur Folge haben, dass dieser Markt in den Vereinigten Staaten wächst, und das wird uns weniger abhängig von Öl machen. Außerdem sind die bei der Verbrennung von Äthanol entstehenden Abgase weitaus sauberer als die von Kraftstoffen aus Kohlenwasserstoffen.
Wir müssen die Atomkraft fördern. Wenn man wirklich an einer guten Umwelt interessiert ist, wie es viele Menschen sind, sollte man erneuerbare Energiequellen fördern, die keine Treibhausgase verursachen. Einer der Bereiche, in den Ihre Regierung investiert und der zu unserem umfassenden Plan gehört, unseren Energiemix zu verändern, ist die Suche nach Möglichkeiten, mit Atommüll umzugehen. Ich glaube fest an Wiederaufbereitung und Reaktoren des Typs schnelle Brüter - geschwollene Ausdrücke dafür, dass der Kernbrennstoff verbraucht wird, dann aufbereitet und erneut verwendet wird, bis er weniger Volumen hat und weniger giftig ist.
Wir haben noch Kohlevorkommen für 250 Jahre, zumindest hier in den Vereinigten Staaten. Wenn wir weniger abhängig von Energiequellen im Ausland werden wollen, sollten wir die hier bei uns erhältliche Energie vernünftig nutzen. Aber Kohle kann umweltschädlich sein und daher geben wir einen großen Teil der Steuergelder für die Entwicklung sauberer Kohletechnologien aus.
Und das Wichtigste, das ich Ihnen sagen möchte, ist, dass ich auch nach Cleveland gekommen bin, um einige dieser neuen Technologien anzukündigen. Es kam hier jemand auf mich zu und sagte, Sie sind doch jemand, der sich für Wind interessiert. Ich sagte, nun ja, es gibt hier sehr viel heiße Luft. Er sagte mir dann, es gäbe hier einen neu entstehenden Industriezweig: Windkrafträder. Das ist toll. Das unterstütze ich. Ich finde das sehr sinnvoll. Es verringert unsere Abhängigkeit von Ölquellen im Ausland. Und das ist wichtig, wenn wir sicherstellen wollen, dass unsere Volkswirtschaft weiterhin wächst.
Mein Besuch hier dient wirklich dem Ziel, neue Technologien anzukündigen. Man muss einfach optimistisch bezüglich der Zukunft der Vereinigten Staaten sein, wenn man sich einige der großen Technologien ansieht, die entwickelt werden. Zwei der Bereiche, in denen neue Technologien die Vereinigten Staaten dauerhaft verändern werden, sind der Energie- und Medizinsektor.
Ich möchte auch über den Krieg sprechen, in dem wir uns befinden. Zunächst muss ich sagen, dass ich es bedauere, Ihnen sagen zu müssen, dass wir uns im Krieg befinden. Ich wollte nie ein Präsident zu Kriegszeiten sein. Aber da das nun so ist, werde ich mein Bestes tun, um die Vereinigten Staaten zu schützen.
Am 11. September 2001 hat sich meine Denkweise verändert. Sie änderte sich, weil ich erkannte, dass die größte Verantwortung der Regierung darin besteht, die amerikanischen Bürger vor weiteren Anschlägen zu beschützen, und dass wir uns den Gefahren stellen müssen, bevor sie uns erneut schaden. Das ist eine der wirklich wertvollen Lektionen aus dem 11. September - die Erkenntnis, dass Ozeane uns nicht vor einem Feind schützen können, der von einer Ideologie angetrieben wird und Mord als Instrument einsetzt, um seine politischen Ziele zu erreichen.
Manche Menschen in den Vereinigten Staaten glauben nicht, dass wir uns im Krieg befinden, und das ist ihr Recht. Ich weiß aber, dass es so ist, und daher werde ich meine restliche Amtszeit als Präsident damit verbringen, mein Möglichstes zu tun, die Bürger über die Gefahren auf der Welt aufzuklären dafür zu sorgen, dass wir über eine aktive Strategie zu ihrer Bewältigung verfügen.
Zunächst müssen wir über unsere Feinde sprechen. Wie Sie wissen, handelt es sich nicht um isolierte Einzelpersonen, die zufällig auftreten. Sie haben ein Ziel. Sie glauben ebenso fest an ihre Ideologie wie ich an unsere. Sie glauben, sie haben die Pflicht, eine Auffassung zu verbreiten, die besagt, dass es Konsequenzen hat, wenn man beispielsweise nicht so betet, wie man ihrer Meinung nach beten soll - genauso wie ich der Meinung bin, dass wir die Pflicht haben, eine Auffassung zu verteidigen, die besagt, dass es wichtig ist, dass man das Recht hat, seine Religion frei auszuwählen. Und das hat man in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Für sie haben Menschenleben keinen Wert. Das ist ein weiterer Unterschied zwischen ihnen und uns. Sie töten ohne zu zögern einen Muslim, ein Kind oder eine Frau, um ein politisches Ziel zu erreichen. Das sind gefährliche Menschen, denen wir uns entgegenstellen müssen.
Deshalb ist es seit dem 11. September unsere politische Strategie, sie im Ausland aufzuspüren und zu besiegen, so dass wir uns ihnen nicht noch einmal hier in unserem Land gegenüberstellen müssen. Das ist eine kurzfristige Strategie. Die langfristige Strategie muss darin bestehen, diese Extremisten und Radikalen zu marginalisieren, indem eine alternative Ideologie vertreten wird - ich beschreibe sie gern als Ideologie des Lichts. Eine Ideologie, die Hoffnung macht, eine Ideologie, die jedes Mal, wenn sie die Chance hatte, die Seele der Menschen erreicht und emporgehoben hat. Es handelt sich um eine Ideologie, die auf Freiheit basiert und den Menschen die Möglichkeit bietet, in einer freien und offenen Gesellschaft zu leben.
Es ist harte Arbeit. Dieser Krieg findet an zahlreichen Fronten statt. Eine dieser Fronten liegt in Afghanistan. Und die Front, die die Amerikaner derzeit hauptsächlich beschäftigt, ist der Irak. Ich bin mir vollkommen bewusst, wie sehr uns diese Front belastet. Ich kann gut verstehen, dass Menschen sich fragen, ist es das wert, wenn sie jeden Abend die Gewalt im Fernsehen sehen. Können wir das Ziel erreichen? Nun, zunächst möchte ich Ihnen sagen, ja, wir können das Ziel erreichen und diesen Kampf im Irak gewinnen. Und zweitens möchte ich Ihnen sagen, dass wir das müssen, für das Wohl unserer Kinder und Enkelkinder.
Wissen Sie, ich war sehr optimistisch gestimmt, als Ende 2005 12 Millionen Iraker wählen gingen. Das erscheint jetzt, als wäre es zehn Jahre her. Aber es ist noch nicht so lange her, dass 12 Millionen Menschen wählen gingen, als man ihnen die Möglichkeit dazu gab. Lassen Sie es mich wie folgt ausdrücken - es hat mich damals nicht überrascht, aber erfreut. Ich war nicht überrascht, weil eines der Prinzipien, die meinen Entscheidungen zugrunde liegen, mein Glaube an die Allgemeingültigkeit der Freiheit ist. Ich glaube, dass Freiheit jeder Frau, jedem Mann und jedem Kind auf der Welt zusteht. In der Tat möchte ich es noch einen Schritt weiter führen. Ich glaub, sie ist ein Geschenk des allmächtigen Gottes and jede Frau, jeden Mann und jedes Kind. Daher war ich nicht erstaunt, als die Menschen sagten, sie wollten frei sein, als sie die Möglichkeit dazu hatten. Ich war froh, dass 12 Millionen Bürger den Autobomben und Mördern trotzten, um wählen zu gehen.
Unsere Politik damals bestand darin, unsere Truppenstärke darauf auszurichten, dass wir Iraker ausbilden können, die dann wiederum den Kampf zu jenen bringen, die den Forschritt der Demokratie aufhalten wollen, und dass wir in der Lage wären, die territoriale Integrität aufrechtzuerhalten und die Extremisten zu jagen. Das war unsere Strategie. Wir haben das 2006 nicht erreicht, weil ein schlauer Feind - wir denken, dass es sich dabei um die Al Kaida handelte, dieselben Leute, die uns hier in Amerika angriffen - schwere, konfessionell motivierte Gewalt schürte, indem er ein Bombenattentat auf eine heilige religiöse Stätte der Schiiten verübte. Als Reaktion darauf kam es zu einer Vielzahl von Vergeltungsschlägen.
Ich musste eine Entscheidung treffen. Einige von Steves Kollegen [Anmerkung des Übersetzers: Kongressabgeordneter Steve LaTourette] - gute, anständige und patriotische Menschen - waren der Meinung, dass das Beste, was die Vereinigten Staaten damals tun konnten, sei, sich zurückzuziehen und die Gewalt in der Hauptstadt des Iraks von selbst zurückgehen zu lassen. Ich habe mir damals lang und ernst Gedanken darüber gemacht. Ich hatte große Sorge, dass sich die Gewalt in der Hauptstadt auf das Land ausbreiten würde. Ich machte mir große Sorgen, dass eines der Ziele der Al Kaida [wahr werden würde] - und die Al Kaida ist übrigens für die meisten der spektakulären Bombenanschläge verantwortlich, mit denen versucht wird, konfessionell motivierte Gewalt zu schüren. Dieselben Menschen, die uns am 11. September angegriffen haben, verüben jetzt Bombenanschläge auf andere Menschen, töten unschuldige Frauen, Männer und Kinder, viele von ihnen Muslime, und versuchen, den Erfolg eines auf Freiheit basierenden Systems zu verhindern.
Und ich hatte die Befürchtung, dass das Chaos ihnen helfen würde, leichter ihr erklärtes Ziel zu erreichen, uns aus dem Irak zu vertreiben, so dass sie einen Zufluchtsort hätten, von dem aus sie ihren ideologischen Feldzug starten und Anschläge auf die Vereinigten Staaten verüben könnten. Das haben sie so gesagt. Die Mörder, die in die Vereinigten Staaten kamen, haben klar gesagt, wir wollen euch aus dem Irak vertreiben, so dass wir eine Zufluchtsstätte haben, von der aus wir erneut angreifen können.
Ich glaube, es ist wichtig, dass der Oberbefehlshaber genau auf das hört, was der Feind sagt. Dieser Feind gedeiht im Chaos. Er mag Aufruhr. Es hilft ihm, seine Ziele zu erreichen. Was er nicht ertragen kann, ist der Erfolg einer alternativen Ideologie, die ihn letztendlich an den Rand drängen wird.
Ich habe mir also die Folgen eines Rückzugs überlegt - die Folgen nicht nur für den Irak, sondern für eine Region, die für die Sicherheit der Vereinigten Staaten von Amerika wichtig ist. Was würden die Iraner von uns halten, wenn wir uns angesichts der Herausforderung durch Extremisten zurückziehen würden? Was würden andere Extremisten denken? Was könnte die Al Kaida tun? Sie wäre in der Lage, leichter neue Rekruten zu finden und Geldquellen für ihre Ziele aufzutun. Ein Scheitern im Irak hätte ernste Konsequenzen für die Sicherheit Ihrer Kinder und Enkelkinder.
Und deshalb habe ich die Entscheidung getroffen, mehr Soldaten in die Hauptstadt zu entsenden, statt sie abzuziehen. Sie haben den Auftrag, Sicherheit zu gewährleisten, so dass ein alternatives System entstehen kann. Ich habe den Befehlshabern zugehört, die den Einsatz leiten - in diesem Fall ist die Hauptperson General David Petraeus - ein kluger, fähiger Mann, der mich unvoreingenommen berät. Sein Rat an mich als Präsident war, dass wir die Mission verändern müssten, um Sicherheit für die Menschen in der irakischen Hauptstadt und in der Provinz Anbar zu gewährleisten, so dass die Fortschritte, für die sich die 12 Millionen Menschen, die wählen gingen, entschieden haben, auch umgesetzt werden können. Aus diesem Grund haben wir getan, was wir getan haben.
Und wir haben eben erst begonnen. Die Truppen sind seit ein paar Wochen vor Ort. General Petraeus bat um etwas mehr als 20.000 Soldaten, und ich habe zu ihm gesagt, wenn Sie das brauchen, Herr Befehlshaber, bekommen Sie das. Und jetzt sind sie gerade dort angekommen. Und jetzt beginnen die Einsätze.
Hier in Washington gibt es Leute, die das aufhalten wollen. Meine Meinung dazu ist: Ich weiß, es gibt eine Debatte, die geführt wird, und es sollte in unserer Demokratie auch Debatten geben. Ich befürworte sie. Ich befürworte eine gute, ehrliche Debatte über die Konsequenzen einer Niederlage, und die Konsequenzen eines Erfolges in diesem Krieg. Aber ich bin der Meinung, dass es im Interesse dieser Nation ist, dem Befehlshaber die Gelegenheit zu geben, seine Militäroperationen zum Abschluss zu bringen. Und ich finde, der Kongress sollte warten, bis General Petraeus zurückkommt und über seine Einschätzung der von ihm umgesetzten Strategie spricht, bevor irgendwelche Entscheidungen getroffen werden. Das erwarten die Amerikaner. Sie erwarten, dass Angehörige des Militärs zurückkommen und uns berichten, wie die militärischen Einsätze laufen.
Und so werde ich es als Oberbefehlshaber halten. Ich erörtere gerne verschiedene Optionen - die Wahrheit ist, dass ich selbst geglaubt habe, dass wir Ende 2005 in einer anderen Lage sein würden. Ich denke, wir können in einiger Zeit in einer anderen Position sein, und diese Position wäre, genug Soldaten vor Ort zu haben, um die territoriale Integrität des Landes zu schützen, sicherzustellen, dass die Al Kaida keine Zufluchtsstätte aufbauen kann, von der aus sie weitere Anschläge auf die Vereinigten Staaten von Amerika verübt, und genug Soldaten, die in irakische Einheiten eingegliedert werden können, um sie bei der Ausbildung zu unterstützen und ihnen zu helfen, ihre Arbeit zu tun.
Aber ohne zusätzliche Truppen konnten wir das nicht erreichen. Ich appelliere also heute an den US-Kongress, General David Petraeus die Chance zu geben, zurückzukommen und uns zu berichten, ob seine Strategie funktioniert. Und dann können wir zusammen über einen zukünftigen Weg nachdenken.
In der Zwischenzeit müssen die Iraker mehr Arbeit leisten. Kommende Woche werde ich dem Kongress eine Liste der Errungenschaften und einiger Fehler ihres politischen Prozesses vorlegen. Der Kongress bat uns, über 18 unterschiedliche Zielvorgaben zu berichten. Das forderte der Kongress in seinem jüngsten Nachtragshaushalt: Kommen Sie Mitte Juli zurück und legen Sie uns einen Zwischenbericht über die zu verzeichnenden oder nicht zu verzeichnenden Fortschritte im Irak vor. Das werden wir tun. Ende dieser Woche werden Sie einen Fortschrittsbericht darüber sehen können, was im Irak passiert ist - und dann im September einen Abschlussbericht über die von mir akzeptierten und vom Kongress verabschiedeten Zielvorgaben.
Das ist die Herausforderung, der unser Land begegnen muss. Und meiner Meinung nach handelt es sich um notwendige Arbeit. Ich würde nicht den Sohn einer Mutter oder eines Vaters Gefahren aussetzen, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass es notwendig für die Sicherheit der Vereinigten Staaten und den Frieden auf der Welt ist. Und ich glaube fest daran. Ich glaube fest daran, dass wir obsiegen werden. Ich glaube fest daran, dass Demokratie immer über totalitäre Systeme siegen wird. Das glaube ich. Das sind die Wertesysteme, die die Grundlage meiner Entscheidungen sind und die meiner Meinung nach zu Frieden führen werden.
Wissen Sie, in meiner Position ist es wirklich interessant - ich habe manchmal einen einzigartigen Blickwinkel auf die Dinge. Einer der interessantesten Blickwinkel auf die Geschichte, auf den ich mich wirklich konzentrieren konnte, sind unsere Beziehungen zu Japan. Ich habe diese Geschichte schon oft erzählt, weil ich sie sehr ironisch finde.
Als mein Vater ein junger Mann war und gerade die Highschool abgeschlossen hatte, trat er der United States Navy bei, wurde Torpedo-Bomberpilot bei der Navy und kämpfte gegen Japan. Japan war damals der erklärte Feind der Vereinigten Staaten von Amerika. Er, wie viele andere junge Menschen, gab damals alles. Zahlreiche Menschen auf beiden Seiten starben während des Krieges. Wie Sie wissen, waren es in der Tat die Japaner, die den letzten großen Angriff auf die Vereinigten Staaten vor dem 11. September 2001 durchführten. Etwa 60 Jahre später sitze ich mit dem japanischen Ministerpräsidenten Koizumi an einem Tisch und spreche mit ihm über den Frieden.
Ich finde, das ist eine inspirierende und Hoffnung machende Geschichte. Es ist eine Geschichte über das Vermögen der Freiheit, Feinde zu Verbündeten zu machen. Es ist eine Geschichte über Partner im Frieden, die sich früher bekämpften. Ministerpräsident Koizumi und heute Ministerpräsident Abe gehören zu meinen engen Freunden auf der internationalen Bühne. Wir sprechen über die Förderung von Demokratie in krisengeschüttelten Regionen der Welt, weil wir beide gesehen haben, welche Auswirkungen Demokratie auf unsere eigenen Beziehungen hatte.
Ich vertraue fest auf die Kraft der Freiheit, die Welt um des Friedens willen zu verändern. Und die grundsätzliche Frage, die sich unser Land stellen muss, ist, werden wir auch weiterhin darauf vertrauen?
Danke, dass ich Sie besuchen durfte. Jetzt beantworte ich gern Ihre Fragen.
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